Schulstart

Neues Schuljahr – Mehr Schüler, mehr Lehrer, mehr Probleme

Für fast 400.000 Berliner Kinder beginnt am heutigen Montag das neue Schuljahr – doch es bleiben noch einige Baustellen offen: Ein Blick auf Lehrermangel, Quereinsteiger, Grundschulen und Baumängel.

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / ZB

Für fast 400.000 Berliner Kinder beginnt am heutigen Montag wieder der Ernst des Lebens. Die rund 30.000 Erstklässler starten am Sonnabend. Fast 6000 Schüler mehr als im vergangenen Jahr werden gezählt. Doch es gibt noch einige Baustellen:

Lehrermangel

Derzeit gehen viele Lehrer in den Ruhestand, mehr Bedarf entsteht durch Altersermäßigungen und steigende Schülerzahlen. Zugleich werden zu wenig Lehrer mit der Ausbildung fertig.

Zum neuen Schuljahr gab es eine Lücke von 2000 Stellen, die die Bildungsverwaltung nur mit Mühe schließen konnte – unter anderem, weil Berlin, anders als andere Bundesländer, nicht verbeamtet. Doch: Nach der Prognose der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) werden bis 2022 rund 14.000 neue Lehrer gebraucht.

Quereinsteiger

Weil sich nicht genug Bewerber fanden, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) fast alle Schulfächer zu Mangelfächern. So konnten auch Quereinsteiger eingestellt werden.

Jeder siebte neue Lehrer muss nun neben dem Job ein Seminar zu Pädagogik, Unterrichtsvorbereitung und Didaktik belegen. „Es bleibt abzuwarten, wie viele der Bewerber im Laufe der kommenden Monate abspringen, sobald sie mit der Lebensrealität konfrontiert sind“, warnen die Grünen.

Grundschule

Die meisten offenen Stellen gab es an Grundschulen. Zugleich lassen sich immer weniger Studenten zu Grundschullehrern ausbilden. Die GEW führt das auch darauf zurück, dass Grundschullehrer weniger Geld bekommen als ihre Kollegen an Oberschulen.

Um den Bedarf für das neue Schuljahr zu decken, stellte die Bildungsverwaltung jetzt 245 Lehrer an Grundschulen ein, die für Gymnasien oder Sekundarschulen ausgebildet sind. Sie sollen vor allem in Klasse 5 und 6 eingesetzt werden.

Baumängel

In vielen Berliner Schulen bröckelt der Putz, Schüler ekeln sich vor den Toiletten. Allein in diesem Jahr gibt das Land Berlin 64,3 Millionen Euro für Sanierungen aus.

Doch das Geld reiche nicht, kritisieren die Grünen. Die Bezirke könnten die Mindeststandards in Klassenräumen, Toiletten und Sporthallen nicht halten. Zugleich wird der Platz angesichts steigender Schülerzahlen knapp. An sieben Schulen muss daher kurzfristig angebaut werden.