Prozess

Der Mörder lauerte im Schlafzimmerschrank

Aus Eifersucht soll ein 34-Jähriger seinen Nebenbuhler erstochen haben. Er lauerte dem Paar in deren eigenem Schlafzimmer auf. Jetzt steht er wegen Mordes vor Gericht.

Denise W. und ihr Freund hatten sich am 9. November vergangenen Jahres gerade ins Bett gelegt, als plötzlich die Tür des Schlafzimmerschrankes von ihrem ehemaligen Lebensgefährten aufgestoßen wurde. Der 34-jährige Uwe D. sei herausgesprungen, in den Händen zwei Messer und habe geschrien, dass er durch die Trennung alles verloren habe und beide jetzt töten werde, heißt es im Anklagesatz. Anschließend habe er auf den 45-jährigen Peter Z. eingestochen. Die 28-jährige Denise W. konnte fliehen.

Uwe D. steht nun wegen Mordes aus Heimtücke und niederer Gesinnung vor einem Moabiter Schwurgericht. Er verweigert die Aussage. Aber der Tatablauf lässt sich lückenlos rekonstruieren.

Vier Wochen vor der Tat hatte sich Denise W. von Uwe D. getrennt – und sich Peter Z. zugewandt. Am Tattag gab es dann gegen 3.45 Uhr den Notruf bei der Polizei. Ausgelöst von Denise W., die in Todesangst zu Nachbarn geflohen war. Es kamen in dieser Nacht gleich mehrere Einsatzfahrzeuge zum Senftenberger Ring im Märkischen Viertel.

Die Nachbarn kannten Uwe D., konnten ihn gut beschreiben: 1,65 Meter groß, etwa 130 Kilogramm schwer, dunkelblondes Haar. Er kam dann auch nicht weit. Er wurde am hinteren Eingang des Wohnblocks von Polizeibeamten in Empfang genommen-

Peter Z. erlitt schwerste Wunden und verblutete noch im Schlafzimmer. Uwe D. muss wie ein Rasender auf den neuen Freund von Denise W. losgegangen sein. Es war vermutlich aber dennoch ein geplanter, gezielt durchgeführte Angriff.