Gedenken

53 Jahre nach Bau – Wo die Berliner Mauer heute noch steht

Die Berliner Mauer war für mehr als 28 Jahre das Symbol der Teilung. Am Jahrestag ihres Baus wurde der Opfer gedacht. Das Interesse ist weltweit ungebrochen. Das größte Ensemble steht in Washington.

In Berlin ist am 53. Jahrestag des Mauerbaus an die Opfer der deutschen Teilung erinnert worden. Am Mahnmal der zentralen Mauer-Gedenkstätte legte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch einen Kranz nieder. Politiker verschiedener Parteien mahnten, Freiheit und Demokratie immer wieder neu zu verteidigen.

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

Doch noch heute ist das Interesse weltweit ungebrochen. Es gibt sie bemalt, in Fläschchen oder mit Magnet, in Miniformat oder als riesigen Brocken, in allen Preisklassen. Reste der Berliner Mauer sind auch 25 Jahre nach ihrem Fall ein Verkaufsschlager. Weltweit stehen Segmente von „The Wall“, zum Beispiel in Museen. „Die Mauerreste sind eine Reliquie der Weltgeschichte“, sagt der Historiker Hans-Hermann Hertle vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. „Sie haben einen hohen Symbolwert dafür, dass die Mauer ihren Schrecken verloren hat.“ 138 Menschen starben nach aktuellem Forschungsstand an dem Grenzwall.

Echtheit von der TU bestätigen lassen

Im boomenden Touristenziel Berlin sind zwar nur wenige originale Mauerabschnitte erhalten – aber die Mauer lebt weiter: als Souvenir. In einem Shop neben dem früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie türmt sich direkt neben dem Eingang ein großes Regal, voll mit Mauerfragmenten, hübsch verpackt – von 4,90 Euro an aufwärts, je nach Größe. „Das Interesse an der Mauer ist ungebrochen hoch“, sagt auch Wieland Giebel, Geschäftsführer des Berlin Story Verlags, der auch Mauer-Souvenirs vertreibt. „Zum einen kann man sich nicht vorstellen, wie die Stadt war, als sie geteilt war.“ Zum anderen zeige der Fall der Mauer den Freiheitswillen der DDR-Bürger.

Die Mauerstücke kommen von einem Lieferanten, der Verlag hat sich die Echtheit von der Technischen Universität bestätigen lassen. Im Webshop ist ein kleines Mauerstück für 6,90 Euro zu haben. Ein großes „Original Mauerbruchstück“ mit einem Gewicht von 33 Kilogramm kostet 699 Euro.

Nicht nur Souvenirhändler haben noch Mauerreste, auch anderswo lagern noch Stücke des Betonwalls. So habe die Stadt Berlin ein Depot mit Mauerresten bei den „Gärten der Welt“ in Marzahn, sagt Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. „Erst vor Kurzem haben wir ein großes Mauerstück mit Hilfe unseres Botschafters in Estland nach Tallinn vermittelt.“ Weltweit ist die Mauer noch immer das Symbol für die deutsche Teilung. Es gibt mehr als 140 Denkmäler, in denen Mauerteile verwendet wurden. Sie sind in einer Neuauflage des Buches „Die Berliner Mauer in der Welt“ beschrieben.

Das größte Mauerensemble außerhalb Berlins befindet sich im „Newseum“, einem Museum in der US-Hauptstadt Washington, daneben ein originaler Grenzwachturm. Die Mauer steht aber auch auf der Danziger Werft, im Imperial War Museum in London und auf Hawaii, in Buenos Aires und Seoul – und auf dem Mars. Zumindest fast: Auf Vorschlag eines deutschen Geologen trägt dort ein 85 Zentimeter großer Felsbrocken den Namen „Broken Wall“.