Prozess

Anabolika-Handel bringt Berliner hinter Gitter

Ein 30-Jähriger bot im Internet Tausende Ampullen mit Anabolika zum Muskelaufbau an. Zuerst waren sie illegal, aber echt – später dann gefälscht. Nun wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.

Jahrelang handelte ein 30-Jähriger mit Anabolika sowie mit gefälschten Arzneimitteln zum Muskelaufbau. Das bringt ihn nun für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

„Große Mengen wurden über das Internet bestellt und verschickt“, urteilte am Donnerstag das Landgericht Berlin. Der Gebäudereiniger wurde des illegalen Handels mit Arzneimitteln zu Dopingzwecken sowie des Inverkehrbringens gefälschter Medikamente schuldig gesprochen. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre und drei Monate Haft verlangt, die Verteidigerin maximal zweieinhalb Jahre.

Der Angeklagte hatte zuvor die ihm vorgeworfenen 23 Taten gestanden. „Ich wollte mit Testosteron mein Taschengeld aufbessern“, sagte er. Durch seinen eigenen Konsum muskelaufbauender Präparate sei er auf die Idee gekommen, einen Handel aufzubauen. Damals sei er arbeitslos gewesen.

Insgesamt 40.000 Euro kassierte der Mann laut Ermittlungen durch illegale Geschäfte mit Anabolika. Er hatte auch verschiedene Medikamente angeboten, die Nebenwirkungen von anabolen Steroiden verringern sollten. Als einer seiner Lieferanten inhaftiert wurde, habe er Pflanzenöl in Fläschchen gefüllt und als Testosteron verkauft, gab der Angeklagte zu. Für diese Fälschungen habe er 20 bis 25 Euro pro Ampulle genommen.

Laut Anklage dealte der 30-Jährige unter anderem mit etwa 9000 Ampullen Testosteron. Weitere mehr als 1000 Ampullen hätten Speiseöl enthalten. Los ging es mit diesen Geschäften 2011. Sie endeten mit einer Hausdurchsuchung im September 2013. Durch ein Verfahren in Bayern um illegalen Anabolika-Handel war die Polizei dem Mann auf die Spur gekommen.