Ermittlungserfolg

Berliner Fahnder nehmen mutmaßlichen Kinderschänder fest

Nach drei Jahren Ermittlungsarbeit haben Intensivfahnder des Berliner LKA einen mutmaßlichen Sexualstraftäter festgenommen. Er soll zwei Kinder in Berlin und Brandenburg missbraucht haben.

Foto: Polizei Berlin

Nach mehr als dreijähriger Ermittlungsarbeit ist es Intensivfahndern des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) gelungen, einen gefährlichen und mutmaßlichen Sexualstraftäter festzunehmen.

Das bestätigte die Berliner Polizei der Berliner Morgenpost auf Anfrage. Demnach hatten Fahnder den Mann am Donnerstag in seiner Wohnung in Hohen Neuendorf (Oberhavel) lokalisiert und festgenommen. Der mutmaßliche Sexualtäter ist 29 Jahre alt und polizeilich bekannt - allerdings nicht wegen Sexualstraftaten.

Nach Informationen der Morgenpost leistete der mutmaßliche Kinderschänder keinen Widerstand. Dem Mann wird vorgeworfen, in den Jahren 2011 und 2012 zwei Kinder in Berlin und Brandenburg sexuell missbraucht zu haben.

Die beiden Mädchen waren zum Tatzeitpunkt acht und elf Jahre alt. Eines der Opfer ist nach wie vor schwer traumatisiert und war zeitweilig in stationärer Behandlung.

Mädchen in Hohen Neuendorf mehrfach vergewaltigt

Rückblick: Im Juni 2011 hatte sich der Unbekannte in Hohen Neuendorf an einem achtjährigen Mädchen vergangen. Vorliegenden Informationen nach, war das Kind nahe einer Parkanlage mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Dort hatte dann der damals noch unbekannte Täter das Mädchen in die Büsche gezogen und mehrfach vergewaltigt.

Ein Ermittler sprach später von einer beispiellosen und äußerst brutalen Tat. Nach Informationen der Berliner Morgenpost befindet sich dieses Mädchen noch immer in psychologischer Behandlung. Die Ärzte bezweifeln, dass es das ihm Angetane jemals wird vergessen können.

Im März 2012 suchte sich der Mann in Reinickendorf dann schließlich sein nächstes Opfer. Damals verging er sich an einer elf Jahre alten Schülerin. Einzelheiten zu den Örtlichkeiten und den näheren Tatumständen machte die Berliner Polizei zunächst nicht. Die Tat soll sich auf dem Gelände einer Schule abgespielt haben. Eine Verbindung zu einem Übergriff auf zwei Mädchen auf der Toilette einer Weddinger Schule erhärteten sich nicht.

Ermittler stießen durch Zufall auf heiße Spur

Ende Mai dieses Jahres hatten die Spezialisten des Landeskriminalamtes dann endlich eine erste und heiße Spur: Bei polizeilichen Ermittlungen zu einem versuchten Diebstahl Ende des Jahres 2012 in Wilmersdorf stießen sie durch Zufall auf die Spur des möglichen Straftäters.

Nach Informationen dieser Zeitung wurde bei den Ermittlungen zu dem versuchten Diebstahl DNA-Spurenmaterial gesichert. Über die bestehende Verbindung zwischen diesem versuchten Diebstahl und den Sexualdelikten wollte die Polizei damals aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

Fest steht: Ein Abgleich im kriminaltechnischen Labor ergab Übereinstimmungen mit Spurenmaterial, das im Zusammenhang mit den Vergewaltigungen gesichert worden war. Die Berliner Polizei wandte sich mit Bildern aus der Überwachungskamera an die Öffentlichkeit.

Die sehr lange Zeitspanne bis zur Auslösung der Öffentlichkeitsfahndung hatte verschiedene Gründe. Für eine Fahndung dieser Art benötigt die Polizei einen richterlichen Beschluss. Um den zu erhalten, müssen die ermittelnden Beamten nachweisen, dass sie alle anderen Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben.