Fahndung

Berliner Polizei sucht nach mutmaßlichem Kinderschänder

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Hans H. Nibbrig

Die Berliner Polizei fahndet mit Fotos nach einem Mann, der 2011 und 2012 zwei Mädchen missbraucht haben soll. Der mutmaßliche Täter wurde jetzt bei einem versuchten Diebstahl fotografiert.

Mit einem Foto aus einer Überwachungskamera fahndet das Berliner Landeskriminalamt (LKA) derzeit nach einem mutmaßlichen Sexualtäter. Die Polizei wirft dem Mann vor, 2011 und 2012 in Berlin und Brandenburg zwei Kinder sexuell missbraucht zu haben. Die Identität des Täters ist bislang noch unbekannt. Mithilfe des Fotos und einer Beschreibung hoffen die Ermittler der zuständigen Fachdienststelle auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Festnahme des Mannes führen.

Erste Tat vor fast drei Jahren

Erstmals verging sich der bislang Unbekannte im Juni 2011 in Hohen Neuendorf (Oberhavel) an einem achtjährigen Mädchen. Die zweite Tat ereignete sich im März 2012 in Reinickendorf, diesmal verging sich der Mann an einer Elfjährigen. Weitere Angaben zu den Örtlichkeiten und zu Einzelheiten der Taten machte die Polizei am Montag nicht. Polizeisprecher Olaf Petersen verwies auf ermittlungstaktische Gründe und den besonderen Persönlichkeitsschutz der beiden minderjährigen Opfer. Eines der Mädchen befindet sich nach Informationen der Berliner Morgenpost bis heute in psychologischer Behandlung.

Auf die Spur des Sexualtäters gelangte die Polizei bei den Ermittlungen zu einem versuchten Diebstahlsdelikt Ende Dezember 2012 in Wilmersdorf. Dabei wurde das Foto des Gesuchten von einer Überwachungskamera aufgenommen. Auch über die bestehende Verbindung zwischen dem versuchten Diebstahl und den Sexualdelikten wollte die Polizei keine Angaben machen. Nach Informationen dieser Zeitung wurde bei den Ermittlungen zu dem versuchten Diebstahl DNA-Spurenmaterial gesichert. Ein Abgleich ergab anschließend offenbar Übereinstimmungen mit Spurenmaterial, das im Zusammenhang mit den Sexualdelikten gesichert worden war.

Zeugen gesucht

In jedem Fall ist das Landeskriminalamt sicher, „den Richtigen“ im Visier zu haben. In der Fahndungsmeldung ist nicht von einem Verdächtigen, sondern ganz konkret vom Täter die Rede. Der wird in dem Fahndungsaufruf beschrieben: 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,85 Meter groß. Er hat kurze dunkle Haare, ein schmales, blasses Gesicht und eine schlanke Figur.

Personen, die Angaben zur Identität und zum Aufenthaltsort des Gesuchten machen können, werden gebeten, sich unter Tel. 030-4664 913 402 oder über die E-Mail-Adresse lka134@polizei.berlin.de an das Landeskriminalamt an der Keithstraße in Tiergarten zu wenden.

Die Ermittlungen zu dem versuchten Diebstahl in Wilmersdorf brachten den Durchbruch bei der Suche nach dem Sexualtäter. Knapp eineinhalb Jahre liegt das jetzt zurück. Die extrem lange Zeitspanne bis zur Auslösung einer Öffentlichkeitsfahndung hat verschiedene Gründe. Grundsätzlich benötigt die Polizei für eine Öffentlichkeitsfahndung einen richterlichen Beschluss. Um den zu bekommen, müssen die Beamten nachweisen, dass sie alle anderen Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben.

Anfangs verdeckte Ermittlungen

In diesem Fall kommt noch hinzu, dass die Fahnder des Landeskriminalamtes zunächst auf verdeckte Ermittlungen gesetzt haben, ohne die Öffentlichkeit einzubeziehen und den Täter damit unter Umständen vorzuwarnen.

Am Ende gab es beim LKA dann jedoch offenbar die Einsicht, dass das Einschalten der Öffentlichkeit und die damit verbundene Chance auf Hinweise aus der Bevölkerung erfolgversprechender sind.

Inzwischen sind die polizeilichen Ermittler recht optimistisch, die intensive Suche nach dem Sexualtäter bald erfolgreich abschließen zu können. „Öffentlichkeitsfahndungen führen häufig dazu, dass Täter sich selbst stellen, sobald sie ihr Bild in allen Zeitungen sehen“, sagte ein Beamter am Montag .