Urteil

58-Jähriger hielt Drogen-Plantage als Sparbuch – Haft

Ein Mann wollte mit einer Hanfplantage ein finanzielles Polster für seine Ex anlegen. Dafür verurteilte ein Gericht ihn nun zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Und das ist noch nicht alles.

Eine Cannabis-Plantage als finanzielles Polster für seine ehemalige Lebensgefährtin bringt einen 58-jährigen Drogenhändler für weitere Jahre hinter Gitter. Drei Jahre und drei Monate Gefängnis verhängte das Berliner Landgericht am Freitag. Die mitangeklagte Frau bekam 18 Monate Haft auf Bewährung. Zudem soll sie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Angeklagten hatten in der Wohnung der 52-Jährigen mehr als 250 Pflanzen gezüchtet. Die Plantage sei „sozusagen als Sparbuch“ für die Frau aufgebaut worden, sagte der Mann.

Es habe sich um eine professionelle Plantage gehandelt, hieß es im Urteil. Beide Angeklagten wurden des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln schuldig gesprochen. „Sie haben sich ein teures Sparbuch angelegt“, hielt der Vorsitzende Richter den Cannabis-Züchtern vor. Beide hatten umfassend gestanden. Das Urteil, das im Wesentlichen den Anträgen von Anklage und Verteidigung entsprach, wurde sofort rechtskräftig.

Der 58-Jährige muss weitere zwei Jahre und vier Monate aus einer früheren Verurteilung wegen einer Cannabis-Plantage in seinem Haus verbüßen. Weil er im November 2013 mit der Ladung zum Strafantritt rechnete, habe seine langjährige Partnerin starke Existenzangst bekommen, sagte der frühere Betreiber eines Musikcafés. Sie hätten deshalb gemeinsam die Plantage in der Wohnung der gelernten Immobilienkauffrau in Berlin-Wilmersdorf aufgebaut.

Kurz nach der ersten Ernte im Januar entdeckte die Polizei durch einen Zufall den illegalen Anbau. Zum Verkauf von Cannabis kam es nicht. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass ein Gewinn von rund 20.000 Euro möglich gewesen wäre.