Plagegeister

Erst Zecken-Alarm in Berlin - und jetzt kommen die Wespen

Das milde Frühjahr hat auch dafür gesorgt, dass die Wespenvölker sehr gut entwickelt sind. Experten warnen, dass 2014 das Jahr der stechenden Insekten sein wird.

Foto: Andreas Lander / dpa

2014 ist ein Wespenjahr. Es gibt die gelb-schwarzen Insekten in besonders großer Zahl – und sie werden für den Menschen früher zum Plagegeist als sonst. Wespenvölker richten ihre Entwicklung nach den Pflanzen – und die legten im milden Frühling früh los. „Dieses Jahr ist ein hervorragendes Jahr für Wespen“, sagte Melanie von Orlow vom Nabu Berlin am Montag. Durch die günstige Witterung seien die Wespenvölker bereits jetzt sehr gut entwickelt.

Und während sonst oft die Schafskälte umherfliegende Königinnen tötet, sind in diesem Jahr schon ausreichend Arbeiterinnen geschlüpft – die Königin verlässt dann das Nest nicht mehr.

Elf Wespenarten gibt es in Mitteleuropa. Als Störenfriede nimmt der Mensch vor allem die Gemeine und die Deutsche Wespe wahr. Diese Arten bauen ihre Völker langsam auf und haben so irgendwann Nahrungsmangel. Mit der Lindenblüte endet demnächst das große Angebot. Dann weichen Wespen auf Eis, Kuchen und Limonade aus – der Moment, in dem sie zur Plage werden können.

Elektrische Stichheiler helfen gegen Wespenstiche

Mitte bis Ende August ist ihre Hoch-Zeit, dann gibt es die meisten Wespen in Eisdielen und Straßencafés. „In diesem Sommer werden sie einige Wochen früher da sein als sonst“, sagte von Orlow.

Wer von einer Wespe gestochen wird, dem rät von Orlow zu elektrischen Stichheilern, die Giftstoffe durch Wärme zerlegen. Auch Fettstifte und Gels könnten Abhilfe schaffen. Keine Linderung hingegen bewirke jedoch das Aussaugen des Stichs.

Wissenschaftler warnen vor Zecken in Berlin

Zuletzt hatten in der vergangenen Woche Wissenschaftler gewarnt, dass sich Zecken in Berlin immer mehr ausbreiten. Hintergrund sei die Zunahme geeigneter Lebensräume auch für die Wirtstiere wie Mäuse oder Ratten, auf denen die Parasiten sitzen. Das sagten Franz-Rainer Matuschka, Parasitologe von der Hochschulambulanz der Universität Potsdam und seine Kollegin Dania Richter von der Technischen Universität Braunschweig. In Berlin, zählen Experten immer mehr Zecken in Parks, Hinterhöfen und Gärten, sowie ehemaligen Rieselfeldern und an Mauerstreifen oder auf Spielplätzen.

Die Zecken tragen in Berlin vor allem den Erreger der Lyme-Borreliose in sich. Rund 200.000 erkranken jedes Jahr in Deutschland daran, Lyme-Borreliose kann aber behandelt werden. Vor allem im Süden Deutschlands kann ein Zeckenbiss aber auch zu der Hirnerkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) führen, jährlich werden bundesweit 300 bis 400 solcher Fälle gemeldet.