Prozess

Berliner beißt mehrfach zu, um sich zu wehren

Ein 53-Jähriger hat vor dem Landgericht Berlin zwei Bissattacken gestanden. „Beißen gehört für mich dazu“, sagte der vielfach vorbestrafte Mann. Wie gefährlich das ist, habe er nicht gewusst.

Mit Bissattacken ist ein 53 Jahre alter Berliner gegen einen Polizisten und gegen eine Verkäuferin vorgegangen. Vor dem Landgericht sagte der Mann zu Prozessbeginn am Freitag, er habe sich gewehrt. „Beißen gehört für mich dazu“, räumte der vielfach Vorbestrafte ein. Erst im Zuge des Verfahrens habe er erfahren, wie hoch die Infektionsgefahr bei Verletzungen durch einen Menschenbiss ist.

Eine Verkäuferin wurde laut Anklage mindestens zwei Mal gebissen, als sie den Beschuldigten in einem Supermarkt in Berlin-Neukölln als Dieb ertappt hatte. Der 53-Jährige habe Lebensmittel im Wert von 14,40 Euro in seinen Beutel gepackt und nicht bezahlen wollen. Im Gerangel sei die Frau durch kraftvolle Bisse in den Arm verletzt worden. Zur zweiten Attacke sei es im Juli 2013 gekommen. Der Mann habe einen Polizisten in den Finger gebissen, um sich einer Festnahme zu entziehen.

Der arbeitslose Angeklagte sagte, er sei mit den staatlichen Leistungen, die er seit Jahren erhält, nicht ausgekommen. Wenn Geld fehlte, sei es immer wieder zu Streitigkeiten und Strafverfahren gekommen. „Wenn man mich angreift und anfasst, dann beiße ich“, sagte der Angeklagte.

Im Prozess geht es auch um die Frage seiner Schuldfähigkeit. Derzeit ist der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Die Verhandlung wird fortgesetzt.