Bewerbung

DOSB will sich nicht auf Berlin als Olympia-Stadt festlegen

Diplomatisch formulierter Dämpfer für Berlin: Der Deutsche Olympische Sportbund gibt der Hauptstadt bei der Olympia-Bewerbung ein „gewisses Plus“, aber auch Hamburg könne sich Chancen ausrechnen.

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Der Deutsche Olympische Sportbund will sich vorerst nicht auf Berlin als mögliche deutsche Olympia-Stadt festlegen.

Sicherlich habe eine Hauptstadt immer ein gewisses Plus, sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Mittwoch im rbb-Inforadio. Es gebe aber genügend Beispiele von erfolgreichen Sommerspielen in einer Metropolen-Region: „Sonst hätten wir mit Hamburg ja überhaupt nicht sprechen dürfen“, sagte Vesper.

„Wir freuen uns einfach darüber, dass aus beiden Städten ein solches Interesse deutlich geworden ist“, meinte Vesper diplomatisch. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte am Montag vom DOSB ein Bekenntnis für Olympia in der Hauptstadt gefordert.

Olympische Spiele „beschleunigen Investitionen“

Die Kritik an einer Olympia-Ausrichtung im hoch verschuldeten Berlin, wie sie unter anderem von der Berliner Linken geäußert worden war, hält Vesper für unberechtigt: „Olympische Spiele bedeuten in der Regel keine Schulden, sondern sie schließen mit schwarzen Zahlen ab“, sagte Vesper dem Radiosender mit Verweis auf London 2012.

„Und Olympische Spiele beschleunigen Investitionen, die eine Stadt benötigt.“ Auch Breitensport und Schulsport würden profitieren.

Der DOSB will laut Präsident Alfons Hörmann bis Ende dieses Jahres über eine mögliche deutsche Olympia-Bewerbung für 2024 oder 2028 entscheiden. Derzeit sei man mit Berlin und Hamburg im Gespräch.