Ärztliche Versorgung

Berlins Schlaganfallpatienten sollen besser behandelt werden

Berliner, die einen Schlaganfall erlitten haben, sollen künftig besser medizinisch versorgt werden. Dafür wird eine Ärzte-Arbeitsgruppe bis Jahresende ein Konzept erarbeiten, kündigt Senator Czaja an.

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Die medizinische Versorgung in Berlin ist gut. Probleme können aber auftreten, wenn Patienten vom Krankenhaus in die Reha kommen oder wenn sie zunächst von einem niedergelassenen Arzt betreut wurden und dann in eine Klinik müssen. Oft werden dann Daten nicht vollständig weitergegeben oder überflüssige Doppeluntersuchungen veranlasst. Die Versorgung an diesen Schnittstellen einer medizinischen Behandlung soll nun zunächst für zwei Patientengruppen verbessert werden. Davon profitieren Berliner, die einen Schlaganfall erlitten haben oder an einer Krebserkrankung leiden.

Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) hat dazu am Donnerstag ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Bis zum Jahresende soll eine Arbeitsgruppe ein Konzept zur besseren Versorgung von Schlaganfallpatienten vorlegen. Ein unabhängiges klinisches Krebsregister auf staatlicher Basis soll helfen, die Behandlung von Tumorpatienten zu optimieren. Geplant ist ein gemeinsames Register für Berlin und Brandenburg. Im Oktober will Czaja den Antrag bei der Deutschen Krebshilfe einreichen. Dann kann Berlin 550.000 Euro Fördermittel bekommen.

Die Reformen wurden im gemeinsamen Landesgremium zur ärztlichen Versorgung beschlossen. Dort ist auch die Arbeitsgruppe angesiedelt. Diesem Gremium gehören im Wesentlichen Vertreter der Senatsgesundheitsverwaltung, der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, der Krankenkassen, der Berliner Krankenhausgesellschaft, der Ärztekammer und die Patientenbeauftragte an. In ersten Beratungen im vergangenen Jahr wurden Vereinbarungen zur gerechteren Verteilung von Arztpraxen innerhalb der Stadt getroffen. Berlin war das erste Bundesland, das im vergangenen Jahr die im Bundesversorgungsgesetz verankerte Möglichkeit nutzte, ein gemeinsames Landesgremium zu bilden.

Krebsregister für Berlin und Brandenburg soll Behandlung verbessern

Bei einem Schlaganfall muss der Patient schnell behandelt werden. Ein gutes Notfallmanagement ist dafür unerlässlich. Das beginnt beim Alarmruf bei der Feuerwehr, auf den dort richtig reagiert werden muss. Czaja erklärte, die Vorschläge der Arbeitsgruppe für die Schlaganfallversorgung sollen im zweiten Schritt auch auf andere Krankheitsbilder übertragen werden, etwa bei einem Herzinfarkt. Das „Modell Schlaganfall“ habe man nicht gewählt, weil es dort etwa auffällig viele Probleme gäbe. Vielmehr sei die Datenlage gut.

Ein gemeinsames klinisches Krebsregister für Berlin und Brandenburg biete mehrere Vorteile, sagte der Gesundheitssenator. Viele Patienten würden bereits länderübergreifend behandelt. Außerdem sei eine Institution für beide Bundesländer letztlich preiswerter. Die dort gesammelten Daten dienten nicht der Registratur oder Statistik, sondern sollen zu den Ärzten und Patienten rückgekoppelt werden, um die konkrete onkologische Behandlung zu verbessern.