Straßenverkehr

Berliner Ring wird im Norden sechsspurig ausgebaut

Bis Herbst 2015 will der Senat den fünf Kilometer langen Autobahnabschnitt erneuern lassen. Nun gehen die Arbeiten los. Autofahrer und Anwohner müssen mit erheblichen Belastungen rechnen.

Foto: Marc Tirl / ZB

Der Name „Berliner Ring“ ist ein wenig irreführend. Fast komplett verläuft die rund 200 Kilometer lange Autobahn (A10) rings um die Bundeshauptstadt auf Brandenburger Gemarkungen. Ein kleiner Abschnitt im Norden liegt jedoch im Bezirk Pankow und damit auf Berliner Gebiet. Die fast fünf Kilometer lange und ziemlich marode Schnellstraße wird in den kommenden zweieinhalb Jahren nicht nur komplett erneuert, sondern auch noch von zwei auf drei Spuren pro Richtung verbreitert. Damit verbunden sind allerdings umfangreiche Einschränkungen für den Autoverkehr, wie die Senatsverwaltung für Stadtverkehr am Dienstag ankündigte. Da auch die Schallschutzwände neu gebaut werden, müssen die Anwohner vor allem in den Pankower Wohngebieten Karow und Buch zudem mit erheblichen Lärm-Belastungen rechnen.

Bereits seit einer Woche ist die Verkehrsführung im Baustellenbereich geändert worden. Der Autoverkehr rollt seither in beiden Richtungen über die nördliche Fahrbahn der A10. Dort stehen weiterhin zwei Spuren pro Richtung zur Verfügung, die allerdings schmaler als normal ausfallen. Bislang sei es dennoch zu keinen größeren Staus in diesem Bereich gekommen, sagte Arne Huhn, Fachbereichsleiter in der Senatsverwaltung. In den kommenden Monaten müssen nun insgesamt vier Brücken abgerissen und durch breitere Neubauten ersetzt werden. Begonnen wird dabei am ersten Juni-Wochenende mit dem Abbruch der Brücke über der Schönerlinder Straße, die dafür vom 1. Juni, 8 Uhr, bis 2. Juni, 24 Uhr, komplett gesperrt werden muss.

Der Autoverkehr wird umgeleitet

Der Pkw-Verkehr wird während der Sperrung über die Hobrechtsfelder Chaussee umgeleitet. Da die Straße über ein Moor führt, darf diese aber nur von Fahrzeugen mit einem Gewicht von bis 3,5 Tonnen genutzt werden. Der Schwerlastverkehr wird über die B96 und die Karower Chaussee umgeleitet. Noch komplizierter wird die Verkehrsführung am dritten Juni-Wochenende, wenn der südliche Brückenüberbau über die Karower Chaussee abgerissen werden soll. In diesem Fall müssen schwere Lastkraftwagen auf die Bundesstraße 2 und 96 ausweichen. „Das wird die Lkw-Fahrern nicht erfreuen, es geht aber leider nicht anders“, sagte A10-Projektleiter Michael Lehmann-Reh.

Der Berliner Abschnitt der A10 soll in zwei Schritten bis September 2015 sechsspurig ausgebaut werden. Im Zuge der Arbeiten müssen insgesamt acht Brücken erneuert und verbreitert werden eine Regenwasserbehandlungsanlage gebaut werden. Statt aus Beton wird die Fahrbahn künftig aus Asphalt sein. Die Anwohner sollen mit zwei bis zu zwei Kilometer langen Betonwänden vor Lärm geschützt werden. Derzeit sind Gesamtkosten von 64,4 Millionen Euro kalkuliert, von den bereits rund 27 Millionen Euro verbaut sind. Drei Millionen Euro kostete der Erwerb notwendiger Grundstücke. 34,4 Millionen stehen für die nun folgenden Arbeiten bereit. Das Geld kommt vom Bund als Eigentümer des Autobahnnetzes.

2500 Euro Bonus für jeden gewonnenen Tag

Zur Beschleunigung der Arbeiten hat der Senat wie schon bei der Avus-Sanierung eine sogenannte Bonus-Malus-Regelung vereinbart. Demnach bekommt das beauftragte Bauunternehmen, die Firma Matthäi aus dem brandenburgischen Velten, für jeden Tag einer vorzeitigen Fertigstellung einen Bonus von 2500 Euro. Für den Fall, dass Arbeiten länger als geplant dauern, muss das Unternehmen mit einem Strafabzug in Höhe von 5000 Euro pro Tag rechnen. Bei der Avus war dieses Konzept voll aufgegangen, die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der A115 wurden im Herbst 2012 und damit ein Jahr früher als ursprünglich geplant abgeschlossen.

Weitere Infos zum Ausbau der A10 online auf den Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.