Mitte

Bezirk prüft Antrag auf Fanmeile zum Champions-League-Finale

Willy Kausch will das Finalspiel zur Champions League auf der Straße des 17. Juni auf fünf Leinwänden und einer Bühne zeigen. Eine Entscheidung soll so schnell wie möglich fallen.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Zwei deutsche Mannschaften im Champions-League-Finale – das ist nicht nur eine Fußballsensation, das verspricht ein Fußballfest in Berlin zu werden. Die Chancen stehen gut, dass viele Fans dieses Jahrhundertspiel zusammen erleben können.

Wenn am 25. Mai FC Bayern München und Borussia Dortmund im Stadion von Wembley aufeinandertreffen, soll es wieder eine Fanmeile auf der Straße des 17. Juni geben. Veranstalter Willy Kausch hat einen Antrag beim Bezirk Mitte eingereicht, um zum Finalspiel ein Public Viewing zwischen Brandenburger Tor und Yitzhak-Rabin-Straße zu veranstalten.

Der Bezirk Mitte hatte schon in den vergangenen Tagen die Idee einer Fanmeile zum Finale begrüßt. Allerdings unter der Voraussetzung, dass es ein deutsch-deutsches Endspiel gibt. „Diese Bedingung ist jetzt erfüllt“, sagte Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU). Damit sei die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Fanmeile gebe, größer geworden.

Bereits vier Fanmeilen zu Welt- und Europameisterschaften

Der Antrag sei gestellt und müsse genehmigt werden, wenn kein öffentliches Interesse dagegen spräche. Das sehe er im Moment nicht. Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) pflichtet ihm bei: „Wir stehen dem Antrag als Bezirksamt sehr wohlwollend gegenüber.“

Zustimmung kommt auch von Frank Henkel (CDU). „Wenn gleich zwei deutsche Teams im Champions-League-Finale in London gegeneinander antreten, ist das eine Sensation, die auch in Berlin gebührend gefeiert werden muss“, sagt der Senator für Sport und Inneres.

Nach vier Fanmeilen zu Welt- und Europameisterschaften werde eine Neuauflage der Fanmeile am 25. Mai ganz sicher wieder Zigtausende Zuschauer aus der Stadt und aus aller Welt anlocken.

Bis kommenden Mittwoch soll es entschieden sein

Jetzt müssen die Detailfragen geklärt werden. Bereits am Donnerstag haben die Gespräche mit Polizei, Feuerwehr und der Verkehrslenkung Berlin begonnen. Als ein „ambitioniertes Vorhaben“ bezeichnet der stellvertretende Senatssprecher die Fanmeile zum Endspiel. „Es wird nicht einfach, vor allem wegen der Kurzfristigkeit“, so Bernhard Schodrowski.

Willy Kausch ist bereits in Verhandlungen mit Sponsoren für die Finanzierung der Veranstaltung. Bis kommenden Mittwoch wisse er Bescheid, sagte der 56-Jährige. Aber er ist zuversichtlich. Er gehe davon aus, dass es zu schaffen sei, sagte er. Kausch hat reichlich Erfahrungen, er organisiert seit Jahren die Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor und die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni.

So groß wie zu Silvester werde die Party nicht, sagte Kausch. Licht, Design und Technik sollen weniger aufwendig sein. Das Champions-League-Finale könne nicht mit einem EM- oder WM-Finale verglichen werden.

Fünf Videowände und eine kleine Bühne

Dennoch: Der Veranstalter rechnet mit 250.000 bis 300.000 Zuschauern. Fünf Videowände sollen aufgestellt werden. Die größte ist 80 Quadratmeter und wird auf einem Lastkraftwagen transportiert. Im aufgebauten Zustand verschwindet der Lkw komplett hinter der Projektionsfläche. Die anderen vier Videowände sind zwischen 25 und 30 Quadratmeter groß. Auf einer kleinen Bühne soll es ein Rahmenprogramm geben.

„Bei mir melden sich schon die ersten Plattenfirmen, die Lieder zum Thema Fußball anbieten“, sagt Kausch. Dazu sind Gastronomie-Stände, ein Presse- und ein VIP-Bereich für Interviews geplant.

Für Stadtrat Spallek ist die Fanmeile in erster Linie eine logistische Herausforderung. Einen Tag vor dem Finale findet im Tiergarten der Firmenlauf statt, am Dienstag danach die Berliner Team-Staffel. Die Läufer würden zwar zum großen Teil den Park nutzen, sagt der Baustadtrat. Dennoch müsse geprüft werden, ob die Aufbau- und Abbauarbeiten koordiniert werden könnten. „Nach einer ersten Einschätzung ist das machbar“, sagte Spallek.

Umgang mit den beiden Fanlagern Bayern und Dortmund

Davon geht auch Willy Kausch aus. Zweieinhalb Tage rechnet er für das gesamte Event: Aufbau am Freitag, Party am Sonnabend, Abbau am Sonntag. „Am Sonntagmittag ist die Straße wieder frei“, sagte Kausch.

Ein weiteres Problem, das geklärt werden muss, ist der Umgang mit den beiden Fanlagern. „Wenn Deutschland in einem WM-Finale steht, kann man davon ausgehen, dass die Mehrheit für eine Mannschaft ist“, sagt Carsten Spallek. Anders verhalte es sich bei einem Endspiel mit zwei deutschen Vereinen. Nicht umsonst gebe es in Stadien Fanblöcke.

Die Begeisterung über die Leistung der beiden deutschen Mannschaften kann auch Spallek nicht verbergen. „Das waren tolle Spiele.“ Er bekomme viele Mails, in denen es heißt: „Eine Fanmeile wäre super.“ Eine Entscheidung könne er erst mitteilen, wenn alle Fragen geklärt seien. Das solle so schnell wie möglich passieren.