U-Bahnbau

Langer Winter sorgt für Verzögerungen beim Neubau der U5

Die Bauarbeiten für die Bahnhöfe „Museumsinsel“ und „Unter den Linden“ liegen hinter dem Zeitplan zurück. Trotzdem soll die Linie pünktlich fertig werden - nur Autofahrer könnten weiter leiden.

Foto: Soeren Stache / dpa

Experten der Berliner Verkehrsbetriebe BVG haben Verzögerungen beim wichtigsten Bauprojekt in der Innenstadt, der Verlängerung der Linie U5, festgestellt. Wie BVG-Sprecherin Petra Reetz bestätigte, liegen die Rohbau-Arbeiten für die künftigen Bahnhöfe „Museumsinsel“ und „Unter den Linden“ hinter dem Zeitplan zurück. Zum Teil ist von mehreren Wochen die Rede.

Der Fertigstellungstermin für die neue U-Bahnverbindung zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor sei aber nicht gefährdet, sagte Reetz am Dienstag. Voraussichtlich 2019 sollen die ersten Züge durch den neuen Tunnel fahren, der mit dem bereits fertiggestellten Teilstück (U55) eine Anbindung des Hauptbahnhofs an die östlichen Stadtbezirke herstellen soll.

Als Hauptgründe für die jetzt festgestellten Verzögerungen nannte Reetz den ungewöhnlich langen Winter und den schwierigen Baugrund. Ob die Verzögerungen in den jeweiligen Bauabschnitten noch aufgeholt werden können, ist nach ihren Angaben offen. Sollte das nicht gelingen, wären vor allem Autofahrer die Leidtragenden.

Tunnelbohrer kommt pünktlich

Nach ursprünglichen Plänen sollte die Einmündung der südlichen Friedrichstraße in den Boulevard Unter den Linden Mitte Juli wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden. Nun könnte sich das um einige Wochen verzögern. Nach BVG-Angaben soll aber wenigstens eine Fahrspur fristgerecht wieder für Autos zur Verfügung stehen.

Aus Sicht der BVG ist der bisherige Bauverzug aber „nicht dramatisch“, so Reetz. „Für uns ist entscheidend, dass die beauftragte Baufirma uns die wichtigen Ecktermine für das Gesamtvorhaben garantiert.“ Und dabei gebe es bisher keine Anzeichen für Probleme. „Im Großen und Ganzen liegen wir gut im Plan“, sagte die Unternehmenssprecherin.

Wie geplant soll etwa die wegen der Bauarbeiten zwischen den Stationen Friedrichstraße und Französische Straße unterbrochene U-Bahnlinie 6 im Oktober oder November 2013 wieder durchgängig fahren. Wie geplant soll auch die große Tunnelbohrmaschine für den Bau der 2,2 Kilometer langen U5-Röhren Ende April anrücken und sich ab Mitte Juni durch den Berliner Untergrund graben.

Engmaschiges Kontrollsystem beim Bau der U5

Der Lückenschluss auf der U5 ist das größte Bauprojekt, das die BVG jemals in Eigenregie organisieren musste. Das Budget für den Tunnel und die Bahnhöfe unter Berlins historischer Mitte beläuft sich auf rund 433 Millionen Euro. Der Kostenrahmen kann nach bisheriger Einschätzung der Verkehrsbetriebe voraussichtlich eingehalten werden. Neben den Bahnhöfen „Unter den Linden“ und „Museumsinsel“ entsteht unmittelbar vor dem Roten Rathaus noch ein weiterer neuer Bahnhof.

Um peinliche Pannen mit enormen Folgen für Terminplanung und Kosten – wie beim Flughafenbau in Schönefeld – zu vermeiden, hat die BVG seit Beginn der Bauarbeiten im vergangenen Jahr ein engmaschiges Kontrollsystem etabliert. Im Zuge dieser Kontrollen wurden die aktuellen Bauverzögerungen nun offenbar entdeckt. Mit Blick auf die ausführenden Firmen um den Mannheimer Großkonzern Bilfinger Berger sagt BVG-Sprecherin Reetz: „Wir gucken denen ständig genau auf die Finger.“