Krankenhaus-Fernsehen

Charité startet hauseigenen TV-Kanal

Der Fernsehsender bietet keine Liveaufnahmen aus dem Kreißsaal, dafür einen Mix aus Informationen und Unterhaltung. Die Inhalte sollen den Patienten auch bei der Orientierung im Krankenhaus helfen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Anderthalb Jahre lang wurde er entwickelt, jetzt ist er auf Sendung – der hauseigene Charité-Kanal. Statt Reality-TV aus den Operationssälen oder herzzerreißenden Doku-Soaps von den Stationen bietet der neue Fernsehsender Patienten der Charité-Universitätsmedizin einen Mix aus Hintergrundinformationen und Unterhaltung. Täglich von 6 bis 24 Uhr werden auf Kanal 1 tagesaktuelle Berichte sowie vor allem gesundheitsrelevante und medizinische Beiträge ausgestrahlt. Beispielsweise Dokumentationen über Homöopathie, Leben mit Diabetes oder auch Ernährungsthemen.

Kurzfilme bieten Informationen zum Aufenthalt in einem der Charité-Campi, von der stationären Aufnahme bis hin zu den verschiedenen hausinternen Abläufen und Hilfsangeboten. Der Programmblock „News & Informationen rund um die Charité“ zeigt zudem Filme, die einzelne Kliniken und Institute vorstellen. Die Pflegedirektorin der Charité Hedwig Francois-Kettner betonte bei der öffentlichen Premiere des neuen TV-Programms: „Der neue Charité-Kanal ist ein echter Gewinn“.

18 zusätzliche Flachbildschirme

Finanziert wird das Projekt von bislang etwa 50 Werbepartnern aus der Pflege- und Gesundheitsbranche, die dafür zahlen, dass sie sich in ein- bis dreiminütigen Spots werbewirksam präsentieren können. Realisiert wurde das Patientenfernsehen von dem Böblinger Unternehmen Klinik-Info-Kanal (KIK). KIK führt bereits in mehr als 500 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz individuelles Krankenhaus-TV durch. „Wir bereichern das Angebot der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, in dem wir auch die Belange der Patienten berücksichtigen und über die jeweiligen Kliniken individuell informieren“, sagt Michael Lüth. Das Programm unterstütze nicht nur die Patienten, sondern auch das Klinikpersonal. Das werde entlastet, sagt Lüth. Damit sei nur die informative Ebene gemeint, antwortet KIK-Projektleiter Carsten Holtmann auf Nachfrage der Berliner Morgenpost, inwieweit ein Fernsehsender Schwestern und Pfleger bei ihrer täglichen Arbeit entlasten könne.

„Wir haben in einigen Wartebereichen der Charité wie Ambulanzen bislang zusätzlich 18 große Flachbildschirme installiert, auf denen KIK-Foyer läuft“, sagt Holzmann. Eine tonfreie Spule von Film und Texttafeln liefere im 20-Minuten-Rhythmus wichtige Informationen, die den Patienten helfen, sich in der Klinik und der jeweiligen Abteilung zurechtzufinden.