Bildung

Senat sichert die Begabtenförderung in Wedding und Neukölln

Brennpunktschulen dürfen Schnelllerner-Klassen mit weniger Schülern einrichten. Es gibt freie Plätze - auch für Kindern aus anderen Kiezen.

Foto: Franziska Kraufmann / ZB

Die Begabtenförderung an den Gymnasien in Brennpunkten ist gesichert. Die Bildungsverwaltung hat jetzt sowohl dem Lessing-Gymnasium in Wedding als auch dem Albrecht-Dürer-Gymnasium in Neukölln genehmigt, ihre Schnelllerner-Klassen auch mit einer niedrigeren Klassenfrequenz als vorgesehen einzurichten.

An beiden Schulen haben in diesem Jahr so wenige Kinder den Intelligenztest bestanden, dass für die jeweils geplanten Schnelllerner-Klassen nicht genügend Schüler zusammengekommen waren. Die Schulen befürchteten, ihre Angebote für besonders begabte Kinder streichen zu müssen. Das ist nun vom Tisch.

Mark Rackles (SPD), Staatssekretär von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), dazu: „ Wir wollen die Begabtenförderung über die Stadt verteilt anbieten.“ Zudem müssten die Eltern sich darauf verlassen können, dass an den sieben dafür vorgesehenen Gymnasien auch tatsächlich Schnelllerner-Klassen eingerichtet werden. Jetzt sei klar, dass jede dieser Schulen mindestens eine Schnelllerner-Klasse aufmachen wird.

Neuer Aufnahmetest soll schwerer gewesen sein

Kinder, die etwa am Rosa-Luxemburg-Gymnasium oder am Humboldt-Gymnasium keinen Platz in der Begabtenförderung bekommen haben – dort werden je zwei Schnelllerner-Klassen eingerichtet –, können nun auf das Lessing-Gymnasium oder das Albrecht-Dürer-Gymnasium ausweichen. Dort gibt es auf jeden Fall noch freie Plätze in den Schnelllerner-Klassen.

Auch an den anderen fünf Schnelllerner-Gymnasien haben dieses Mal weniger Schüler als sonst den Intelligenztest bestanden. Die Schulleiter der Schulen meinen, dass das auch daran liegen könnte, dass in diesem Jahr erstmals ein neues Testverfahren angewendet worden ist. Der Test sei schwerer gewesen, sagen sie. Staatssekretär Mark Rackles betont indes, dass der Test nicht neu ist.

„Es wurden in den vergangenen Jahren zwei Tests durchgeführt, einen sprachlich basierten und einen nonverbalen. Nur der Test mit dem besseren Ergebnis wurde gewertet. „Dieser Test war bekannt und im Internet verbreitet worden, sodass einige Kinder gezielt darauf vorbereitet worden waren“, so Rakles. Dies habe dazu geführt, dass 2012 deutlich mehr Kinder als in den Vorjahren bessere Ergebnisse erzielt hätten.

Ausgleich für Kinder nicht deutscher Herkunft

Von den beiden bislang angewendeten Tests sei laut Rackles in diesem Jahr nur noch der sprachlich basierte Test genutzt worden. Der sei stärker auf schulisches Wissen abgestellt, habe aber auch abstrakte Elemente. Der Test sei in den USA entwickelt worden und werde bundesweit als IQ-Test angewandt.

Das Auswertungsverfahren dieses Tests ist genormt und sehe vor, dass bei Kindern nicht deutscher Herkunft in dem Punktesystem ein minimaler Ausgleich durchgeführt wird. „In einzelnen Bezirken ist bei der Auswertung so verfahren worden, in anderen nicht. Dort hätte der Ausgleich dann im Nachhinein gemacht werden müssen“, sagt Rackles.