Pankow

Deutschlands berühmtester Seniorentreff eröffnet wieder

Nach der Besetzung haben sich die Pankower Rentner nun endgültig durchgesetzt. Künftig wird der Treff vom eigenen Förderverein geleitet.

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Die Pankower Rentner haben ihr Ziel erreicht. Die Seniorenbegegnungsstätte Stille Straße kann mit Genehmigung des Bezirksamtes Pankow auch in diesem Jahr öffnen und Kurse für Senioren anbieten. Die Berliner Volkssolidarität ist neuer Betreiber der Freizeitstätte in Niederschönhausen. Sie hat zum 1. Januar 2013 einen Vertrag über die soziale Nutzung des Hauses mit dem Bezirksamt Pankow abgeschlossen und zahlt nun die Kosten für die Bewirtschaftung der Immobilie, für Brandschutz und Sicherheit. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat bereits finanzielle Unterstützung zugesagt.

Auch die Pankower Senioren, die durch den Protest und die Besetzung des Hauses deutschlandweit bekannt geworden waren, wollen weiter dazu beitragen, dass ihr Treff erhalten bleibt. Sie haben einen Förderverein gegründet. Er wird die Begegnungsstätte ehrenamtlich und in Selbstverwaltung führen. "Das ist eine Herausforderung für uns", sagte Doris Syrbe (72), die den Förderverein leitet und die Besetzung des Seniorentreffs im vergangenen Jahr organisiert hatte.

Symbolische Schlüsselübergabe

Am 7. Januar wollen der Verein und die Volkssolidarität einen Kooperationsvertrag unterschreiben. Der Schlüssel für das Haus soll symbolisch übergeben werden. Rund 280 Mitglieder hat der neue Förderverein. Er sammelt Spenden für den Freizeittreff. Denn das Bezirksamt Pankow wird keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung stellen. Außerdem soll die langfristige Zukunft der Pankower Begegnungsstätte gesichert werden. Im Laufe dieses Jahres wollen das Bezirksamt und die Volkssolidarität einen Erbbaupachtvertrag zum Grundstück aushandeln, der 2014 in Kraft treten soll.

Im Seniorentreff werden weiterhin mehr als 20 Kurse angeboten, darunter für Sprachen, Musik und Sport (Tel. 47 01 25 32). Das Haus ist von Montag bis Freitag, 9-17 Uhr, geöffnet. Weil der bisherige Malzirkel ausgebucht sei, werde jetzt ein neuer gegründet, sagte Doris Syrbe.

Ein neues Profil für den Freizeittreff

Pankower Rentner hatten den Freizeittreff im vergangenen Jahr über mehrere Monate besetzt und so die Schließung verhindert. Sie erreichten ein Umdenken bei den Pankower Politikern. Die Bezirksverordneten und das Bezirksamt hatten vor, den Treff im Sommer 2012 zu schließen, um die Kosten zu sparen. Das Grundstück sollte zum Verkauf an den Liegenschaftsfonds abgegeben werden. Geplant war, dass die Kurse des Treffs an anderen Einrichtungen in Pankow fortgesetzt werden.

Doch im Herbst 2012 fassten die Verordneten einen neuen Beschluss. Das Bezirksamt wurde beauftragt, mit der Berliner Volkssolidarität zu verhandeln. Sie hatte sich als einziger freier Träger im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens beworben. Der Seniorentreff Stille Straße existiert seit etwa 15 Jahren. Vorgesehen ist, dass es künftig ein generationsübergreifendes Programm gibt, und dass sich das Haus mit ähnlichen Projekten in der Umgebung vernetzt. "Wir sind dabei, unser neues Profil zu entwickeln und aufzubauen", sagte Doris Syrbe.

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