Jubiläum

So können Sie Berlins 775. Geburtstag feiern

Die Hauptstadt lädt zum Fest. Zwischen Schloßplatz und Nikolaiviertel in Berlin-Mitte gibt es nicht nur ein großes Feuerspektakel.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Die Feierlichkeiten zum 775-jährigen Stadtjubiläum Berlins finden am heutigen Sonntag ihren Höhepunkt. Auf den Tag genau vor 775 Jahren gab es die erste urkundliche Erwähnung Berlins Schwesterstadt Cölln. Mit den Feierlichkeiten am heutigen Tag endet dann auch die Reihe von Veranstaltungen, Ausstellungen und Festen anlässlich des Jubiläumsjahres.

Es gibt zwar keine Gründungsurkunde für Berlin. Das genaue Alter der Stadt ist unter Historikern auch umstritten. Aber es gibt eine erste Erwähnung in einem Pergament mit sieben Siegeln vom 28. Oktober 1237. Seitdem orientieren sich die Geburtstagsfeierlichkeiten, wie bereits 1937 und 1987 an diesem Datum.

Mit einem Festgottesdienst um 10.30 Uhr in der Marienkirche an der Karl-Liebknecht-Straße in Mitte beginnen die Geburtstagsveranstaltungen. Erwartet wird auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Das Zentrum der Feier ist ab 19 Uhr das Areal zwischen dem Schloßplatz, dem Nikolaiviertel und dem Fernsehturm. Die französischen Feuerpoeten von Carabosse und das Straßentheater Titanick werden das Fest gestalten. Die landeseigene Gesellschaft Kulturprojekt Berlin verspricht ein „Ambiente aus Traum, Verwunderung und Verzauberung“. Auf dem Schloßplatz beispielsweise kommen mit brennender Holzkohle gefüllte Metallsäulen, beheizte Stühle und 4,50 Meter hohe leuchtende Feuertulpen zum Einsatz.

Mittelaltermarkt im Nikolaiviertel

Die 20 Künstler des Straßentheaters gestalten rund um den Neptunbrunnen unterschiedliche Situationen und Szenen, die Schein und Wirklichkeit vermischen. Inspiration fanden die Künstler durch mittelalterliche Visionen vom Jenseits, wie sie sich in den Gemälden von Hieronymus Bosch oder den Beschreibungen von Dantes „Göttlicher Komödie“ finden. Titanick greift jahrhundertealte Traditionen europäischer Volkstheater auf und verbindet sie mit modernen Ausdrucksformen. In der Zeit von 19 bis 22 Uhr können Besucher ohne feste Start- und Zielpunkte flanieren.

Bereits ab 11 Uhr beginnt im Nikolaiviertel ein mittelalterlicher Markt, auf dem alte Handwerkskunst wie beispielsweise Filzerei, Schmiedearbeit und Glasbläserei gezeigt wird. Auch Geschichtsdarsteller und historische Persönlichkeiten aus anderen Zeiten werden auf dem Pflaster des Nikolaiviertels unterwegs sein.

Am Sonntag gibt es auch die letzten kostenlosen Führungen. Um 11 Uhr beginnt die Tour „Spuren des Mittelalters“ und um 13 Uhr „Stadt der Vielfalt“. Die Führungen beginnen am zentralen Info-Point vor der Marienkirche. In unmittelbarer Nähe kann auch die Ausstellung „Party, Pomp und Propaganda“ besucht werden. Historische Fotos zeigen, wie unterschiedlich die bisherigen Stadtfeste 1937 und 1987 ausgefallen sind. Nähere Informationen im Internet unter: www.berlin.de/775