Gewalt in Berlin

Schüsse am Alexanderplatz - 23-Jähriger notoperiert

Einen Tag nach einem Vorfall in Schöneberg ist wieder ein Mann angeschossen worden. Dieses Mal in Mitte. Die Sicherheitsdebatte geht weiter.

Foto: Steffen Pletl

Mit einer lebensgefährlichen Schussverletzung ist am Sonntagmorgen ein Mann in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert worden. Er war am Eingang zum Bahnhof Alexanderplatz entdeckt worden. Vom Täter fehlt jede Spur, die Hintergründe sind bisher völlig unklar. Es war bereits der zweite brutale Anschlag innerhalb von nur 24 Stunden. Zuvor war bereits in Schöneberg ein Nachtschwärmer lebensgefährlich durch Schüsse verletzt worden.

Es war etwa 6.30 Uhr am Sonntagmorgen, als Passanten den angeschossenen Mann an der Ostseite des Bahnhofs Alexanderplatz fanden. Ein Notarzt behandelte den schwer verletzten Mann noch an Ort und Stelle, anschließend wurde das Opfer mit einem Rettungswagen der Feuerwehr in das Krankenhaus Friedrichshain gebracht und dort notoperiert.

Der mögliche Tatort vor und im Bahnhof Alexanderplatz wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Beamten fanden eine Patronenhülse in unmittelbarer Nähe des Eingangs zum Bahnhof. Vom Täter gibt es bislang keine Spur. Nach Informationen von Morgenpost Online geben auch Videoaufzeichnungen von den Bahnsteigen des Bahnhofs Alexanderplatz keinen Hinweis auf den Tathergang. Die 1. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Keine heiße Spur im Fall Schöneberg

Auch im Fall des am Sonnabend schwer verletzten Manes gibt es derzeit noch keine heiße Spur auf den möglichen Täter. Der 22-Jährige war in Schöneberg an der Goltzstraße nach einem kurzen Wortgefecht niedergeschossen worden. Das Opfer bekam einen Bauchschuss und musste notoperiert werden. Nach Informationen von Morgenpost Online schwebt der junge Mann weiter in Lebensgefahr.

Debatte über S-Bahn-Sciherheit geht weiter

Unterdessen geht die Diskussion über stärkere Sicherheitsvorkehrungen im Bereich der Berliner S-Bahn weiter. Dort hatte es in der vergangenen Woche mehrere brutale Übergriffe auf Fahrgäste gegeben. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte der Fall eines Fußballfans mit Behinderung, der nach dem Spiel Hertha BSC gegen Dynamo Dresden im S-Bahnhof Olympiastadion geschlagen und mit seinem Schal fast zu Tode gewürgt wurde.

Sowohl Innensenator Frank Henkel (CDU), als auch Verkehrssenator Michael Müller (SPD) haben daraufhin die Deutsche Bahn als Eigentümerin der S-Bahn und der Bahnhöfe zum Handeln aufgefordert. In Sachen Sicherheit müsse die S-Bahn auf den gleichen Stand kommen wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die inzwischen alle U-Bahnhöfe und fast alle Fahrzeuge mit Kameras überwachen lässt.

Der Einsatz bereits vorhandener Technik scheitert bei der S-Bahn bislang am Nein des Betriebsrats, der eine Überwachung der Mitarbeiter befürchtet. Ole Kreins, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, kündigte für nächste Woche ein klärendes Gespräch mit den Personalvertretern an. Kreins betonte jedoch, dass die Videoüberwachung der Bahnhöfe nur Teil eines Gesamtkonzepts sein könne. So müssten die Sicherheitskräfte der Bahn auch stärker im Netz präsent sein.