Berliner Verkehrsbetriebe

BVG testet in Berlin Leichtbau-Busse aus Holland

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Die Berliner Verkehrsbetriebe specken ab: Die derzeit im Test befindlichen Leichtbau-Busse sollen Diesel und CO2 sparen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nehmen es leicht. Von Montag an testet das landeseigene Unternehmen zwei Busse des niederländischen Herstellers VDL im Linieneinsatz. Die in Sandwich-Bauweise konstruierten Eindecker haben ein Leergewicht von 8900 Kilogramm und sind damit mehr als drei Tonnen leichter als die üblichen Modelle anderer Hersteller. Das soll die Umwelt und die Kassen der BVG gleichermaßen schonen, denn geringeres Gewicht bedeutet auch weniger Kraftstoffverbrauch. Und das „in einer nennenswerten Größenordnung“, wie BVG-Chefin Sigrid Nikutta am Dienstag bei der Vorstellung der beiden Testbusse sagte.

Etwa 40 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen die bisherigen Busse gleicher Größe im Berliner Alltagsbetrieb. Bis zu 20 Prozent, so hofft die BVG nach ersten Testfahrten, könnten die leichten Holländer sparen. Würde die BVG größere Teile ihrer Flotte auf das neue Modell umstellen, kämen so Millionenbeträge zusammen. Nach Nikuttas Angaben geben die Verkehrsbetriebe pro Jahr etwa 52 Millionen Euro allein für Diesel-Kraftstoff aus. Durch den geringeren Verbrauch soll jeder Leichtbau-Bus bei der BVG-üblichen Jahresfahrleistung von 70.000 Kilometern zudem 18 Tonnen des Klimagases CO* pro Jahr einsparen.

20 Fahrer testen

Vorausgesetzt, sie bewähren sich im Alltag. Und in dieser Frage können die landeseigenen Verkehrsbetriebe schon auf einige Misserfolge zurückblicken. Weder Wasserstoff, noch Hybrid- noch Erdgas-Busse kamen über die Testphase hinaus. Zu anfällig, zu teuer lautete bisher meist das Urteil über die vermeintlich umweltfreundlichen Fahrzeuge. Zumindest in der Anschaffung sollen die zunächst geleasten Busse nicht teurer sein als die schwereren Modelle der Konkurrenz. Trotz aller Vorschusslorbeeren für die VDL-Busse vom Typ Citea gilt aber laut BVG-Busdirektor Martin Koller auch für sie vor allem eines: „Die Fahrzeuge müssen halten. Das ist das ganze Geheimnis“.

Um zu testen, ob die Busse im harten Berliner Linieneinsatz bestehen können und die gewünschten Einsparungen realisierbar sind, hat die BVG zunächst 20 Fahrer und ein eigenes Werkstattteam abgestellt. Eingesetzt werden die Busse vorerst auf der Linie 259 (Buchholz-West, Aubertstraße–Stadion Buschallee/Hansastraße). Später sollen mehr BVG-Busfahrer ihre Erfahrungen mit den VDL-Eindeckern machen. VDL-Verkaufsleiter Jasper van Gend zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, dass die Busse sich in Berlin bewähren werden. Zusammen mit dem Vorläufermodell Ambassador seien europaweit mehr als 3000 Fahrzeuge bei Nahverkehrsunternehmen erfolgreich im Einsatz, sagte er. Unter anderem in Amsterdam, Brüssel, Stockholm und Helsinki.

( fal )