Trauerfeier

Mordopfer Christin R. in Berlin-Lübars beigesetzt

Rund 200 Menschen nahmen am Donnerstag Abschied von der ermordeten Pferdewirtin. Derweil werden drei Tatverdächtige nach Berlin überstellt.

Foto: Steffen Pletl

In einer bewegenden und sehr persönlichen Trauerfeier haben Angehörige, Freunde und Bekannte Abschied von der ermordeten Pferdewirtin Christin R. (21) genommen. Rund 200 Menschen versammelten sich am Donnerstag gegen 11 Uhr vor der Dorfkirche von Lübars in Berlin-Reinickendorf, die meisten selbst Bewohner des Heimatdorfes der Verstorbenen. Da die Kirche nur 160 Plätze hat, wurden die Stühle auf der Empore übereinandergestapelt. Viele Besucher verfolgten die Predigt im Stehen. Vor dem mit Blumen geschmückten Sarg saßen die Eltern von Christin R., ihre beiden Brüder und die Großmutter.

In seiner Traueransprache klammerte Pfarrer Axel Luther den gewaltsamen Tod der 21-Jährigen aus. Er beschrieb die junge Frau als „strahlendes, fröhliches Menschenkind“ und erzählte heitere Anekdoten aus ihrem Leben, darunter auch eigene Erinnerungen, die er mit Christin R. verbindet. „Sie war nicht zu überhören“, sagte er und spielte darauf an, dass die 21-Jährige Musik liebte und die Bässe im Auto immer voll aufdrehte.

Der Pfarrer las auch Briefe von zwei Freundinnen vor, die sie in Erinnerung an Christin R. geschrieben hatten. Wie gerne sie als Kind bei Christin R. übernachtet habe und dass sie eigentlich nie gehen wollte, hieß es in einem Brief. Christin R. wurde in der Dorfkirche von Lübars getauft und konfirmiert. Der Pfarrer hatte sie zuletzt bei einer Hochzeit vor ein paar Monaten gesehen.

Knapp eine Stunde dauerte die kirchliche Zeremonie. Gegen 12 Uhr zog die Trauergemeinde dann durch das Dorf bis zum Friedhof am Zabel-Krüger-Damm, auf dem Christin R. nun die letzte Ruhe findet. Mehrere Polizisten begleiteten den Trauermarsch. Auf dem Sarg stand: „Du bist unser Stern, der ewig leuchtet.“

Ermittlungen dauern noch Monate

Zeitgleich zur Trauerfeier soll am Donnerstag auch die Überstellung der drei Tatverdächtigen aus Dortmund nach Berlin begonnen haben. Nach Informationen von Morgenpost Online sollen eine 26-Jährige, ihr Bruder und der 22 Jahre alte mutmaßliche Auftragsmörder am Donnerstag in Dortmund losgefahren sein. Da sie vermutlich mit weiteren Häftlingen transportiert werden, die in Gefängnisse an anderen Orten gebracht werden, kann die Überführung einige Tage dauern. Wann die drei in Berlin eintreffen, ist daher noch unklar.

Wie Morgenpost Online weiter erfuhr, sind noch sehr umfangreiche Ermittlungen zu dem Fall erforderlich, die mindestens noch drei Monate dauern werden. Die Polizei war zunächst von einer Beziehungstat ausgegangen und hatte den 23 Jahre alten Freund von Christin R. festgenommen. Inzwischen stellte sich jedoch heraus, dass Robin H. den Mord an seiner Freundin offenbar in Auftrag gegeben und über eine 26 Jahre alte Frau und deren Bruder für 1000 Euro einen Mörder angeheuert hatte. Hintergrund soll eine Lebensversicherung in Höhe von 245.000 Euro sein, die Christin R. zugunsten ihres Freundes abgeschlossen hatte. Robin H. wollte nach Angaben der Polizei an das Geld kommen, um sich einen Pferdehof in Nordrhein-Westfalen aufzubauen. Der 23-Jährige sitzt in Berlin in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Die anderen drei Tatverdächtigen waren in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden.