Er wollte an die Lebensversicherung seiner Ex-Freundin kommen - deshalb hat ein 23-jähriger Mann in Berlin einen Mord in Auftrag gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft kamen dem Komplott rund eine Woche nach der Tat auf die Spur und sprachen am Freitag von einer perfiden Tötung.
Der Fall nahm damit eine überraschende Wende: Zuvor hatten die Ermittler Robin H. im Verdacht, Christin R. selbst umgebracht zu haben. Die Leiche der Pferdewirtin war am 21. Juni von einer Spaziergängerin nahe dem Freibad Lübars entdeckt worden.
Der Tatverdächtige habe seine ehemalige Freundin umbringen lassen, um die Lebensversicherung des Opfers in Höhe von 245.000 Euro zu kassieren, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Versicherung hatte sie erst Anfang Juni 2012 zu seinen Gunsten abgeschlossen. Unklar ist noch, unter welchen Umständen dies geschehen ist. Robin H. beauftragte demnach über zwei Bekannte einen 22-Jährigen, um seine Freundin für 1000 Euro zu ermorden.
„Es handelt sich hier um eine sehr perfide geplante Tötung im gutbürgerlichen, gehobenen Milieu“, sagte Oberstaatsanwalt Michael von Hagen. Der Ex-Freund habe sich in Nordrhein-Westfalen einen Reiterhof aufbauen wollen; dafür brauchte er Geld. Weil sich Robin H. den Mord nicht selbst zutraute, habe er eine Bekannte aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten eingeweiht.
Die 26-Jährige versprach sich offenbar eine gemeinsame Zukunft mit Robin H. und fragte ihren 23-jährigen Bruder. Dieser saß schon im Gefängnis und soll so den Kontakt zu dem Mörder hergestellt haben soll. Dabei soll es sich um einen 22-Jährigen aus Dortmund handeln.
Dieser Mann und die beiden anderen Komplizen wurden festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Bis auf den Ex-Freund haben alle die Tat eingeräumt. „Es ist erschreckend, welche Kaltblütigkeit der Freund mit seinen 23 Jahren an den Tag gelegt hat“, sagte die Leiterin der Mordkommission, Jutta Porzucek. Selbst erfahrene Ermittler seien geschockt gewesen von der grausamen Tat.
In den Tod gelockt
Bereits vor dem Tod von Christin R. habe es Attacken gegen sie gegeben. So soll sie von der Mutter von Robin H. mit einem Messer angegriffen worden sein. Die Ermittler halten diese Version aber für unglaubwürdig und vermuten einen anderen Täter. Danach soll die 26-Jährige Bekannte aus Nordrhein-Westfalen versucht haben, die 21-Jährige mit K.O.-Tropfen zu töten.
In der Tatnacht lockte der Ex-Freund Christin R. dann unter dem Vorwand eines Pferdekaufes zu einem Treffen auf einem Parkplatz am Lübarser Freibad. Als sie aus Furcht eine Freundin mitbrachte, verwarf der Auftragskiller zunächst seinen Plan.
Kurz danach wurde die Pferdewirtin erneut dorthin zu einem Treffen mit Robin H. gelockt - diesmal war er zusammen mit der 26-Jährigen. Sie lockten die Frau zu einem Auto, wo der 22-Jährige sie dann von hinten vor den Augen der Komplizen erwürgte.
Der Ex-Freund sitzt bereits seit einer Woche in U-Haft. Ermittler waren schnell von einer Beziehungstat ausgegangen und hatten ihn auf einem Pferdehof im brandenburgischen Friesack gefasst. Erst nachdem die Fahnder das Handy des Opfers untersuchten, kamen sie dem grausamen Ausmaß des Mordkomplotts auf die Spur.
dpa/mim

