Sperrung der A10

Riesenbaustelle - Hohe Staugefahr im Berliner Norden

Nichts fährt mehr: Kommenden Freitag wird die A10 zwischen Pankow und Weißensee voll gesperrt. Auch die S2 soll teilweise lahmgelegt werden.

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Gewöhnlich geht es auf den Straßen von Schönerlinde (Barnim) eher gemächlich zu. In wenigen Tagen wird sich das ändern. Um 0 Uhr in der Nacht zu Freitag wird der nahe gelegene nördliche Berliner Autobahnring (A10) zwischen dem Dreieck Pankow und der Anschlussstelle Weißensee voll gesperrt. Die täglich durchschnittlich 50.000 Autofahrer, die auf diesem Abschnitt des Rings unterwegs sind, müssen sich bis Sonntagmorgen, 4 Uhr einen anderen Weg suchen – und die Hauptumleitungsstrecke für die Blechkarawane führt eben durch Schönerlinde. Grund für die erheblichen Einschränkungen und erwarteten Staus ist der Ausbau der nördlichen A10 von derzeit zwei auf drei Fahrspuren pro Richtung.

Weil die Autobahn breiter wird, müssen die Brücken, die sie überspannen, länger werden. Zwei Straßenbrücken wurden in den Jahren 2009 und 2010 bereits an die neue Breite angepasst. Nun folgen die drei Eisenbahnbrücken für S-Bahn, Fern- und Regionalbahn sowie die Heidekrautbahn. Los geht es am kommenden Wochenende mit der S-Bahnbrücke. Damit die Einschränkungen nicht länger als nötig dauern, werden die 42 Meter langen Brückenelemente, die die derzeitige Hilfskonstruktion ersetzen sollen, schon vormontiert.

Trotzdem hat der Brückenbau naturgemäß auch Folgen für den S-Bahnverkehr. Von Donnerstagabend, 22 Uhr, bis Betriebsbeginn am Montag ist die Linie S2 (Blankenfelde–Bernau) zwischen den Stationen Blankenburg und Buch unterbrochen. Als Ersatz fahren Busse, die auch am Bahnhof Karow halten. Fahrgäste müssen aber erheblich mehr Zeit einplanen. Das gilt eine Woche später auch für die Reisenden im Regionalverkehr. Denn am Pfingstwochenende (25. Mai, 23 Uhr bis 29. Mai, 4.50 Uhr) werden die Brücken für die Fern- und Regionalgleise erneuert. Die Regionalexpress-Züge der Linie RE3 fallen in dieser Zeit zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Bernau aus. Die Regionalbahnen der Linie RB66 und der Usedom-Express starten erst in Bernau. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn werden die Intercity-Züge zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Stralsund sowie ins Seebad Heringsdorf über Neubrandenburg umgeleitet.

Umbau Dreieck Havelland

Leidtragende des zweiten Bauwochenendes werden erneut auch die Autofahrer sein. Über die genauen Auswirkungen und mögliche Sperrungen will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung rechtzeitig informieren.

Auf Staus und Umleitungen müssen sich die Autofahrer aber auch in den kommenden Jahren noch einstellen, denn der nördliche Autobahnring bleibt bis auf weiteres eine Dauerbaustelle. Um den wachsenden Anforderungen vor allem durch den überdurchschnittlich stark gestiegenen Fernlastverkehr gerecht zu werden, planen der Bund und die brandenburgische Landesregierung, den gesamten nördlichen Abschnitt der Autobahn 10 zwischen der Anschlussstelle Neuruppin und dem Dreieck Schwanebeck sechsstreifig auszubauen.

Bereits im Vorjahr haben wie bereits berichtet die Arbeiten zum Umbau des Autobahndreiecks Schwanebeck begonnen. Der hoch belastete Verkehrsknoten, an dem der Berliner Ring (Autobahn 10) mit der Autobahn 11 (Berlin–Stettin) verbunden ist, wird für 45 Millionen Euro komplett neu gebaut. Aus dem Dreieck wird dann ein Autobahnkreuz. Die nahe gelegene Anschlussstelle Weißensee (Verbindung mit der Bundesstraße 2) wird integriert. Einen neuen Namen für den Verkehrsknoten gibt es schon: Er soll Autobahnkreuz Barnim heißen.

Vom Spätsommer an wird auch einige Kilometer weiter westlich am Autobahnring gebaut. Das Dreieck Havelland, die Verknüpfung zur Autobahn 24 in Richtung Hamburg, wird ebenfalls von vierspurig auf sechsspurig ausgebaut. Die Bauarbeiten sollen zunächst im September 2012 an der Anschlussstelle Kremmen beginnen. Bis Ende des Jahres 2014 werden knapp 40 Millionen Euro in den sechsspurigen Autobahn-Ausbau in diesem Bereich investiert. Die gute Nachricht für Autofahrer lautet dabei: Vollsperrungen sind für die gesamte Zeit der Umbauphase nicht geplant.