Michael Kuhr

Auftragskiller sollte Berliner Bodyguard töten

Er schützt Andere vor Gefahr - nun ist Michael Kuhr selbst ins Visier geraten. Eine Familie soll geplant haben, ihn zu töten.

Foto: Steffen Pletl

Gegen den bekannten Berliner Bodyguard Michael Kuhr soll eine polizeibekannte arabische Großfamilie Morddrohungen gerichtet haben. Dabei soll es sich nach Informationen von Morgenpost Online um die Familie eines bereits verurteilten Mannes handeln, der als maßgeblicher Drahtzieher des Überfalls auf ein Pokerturnier im Hotel „Grand Hyatt“ vor zwei Jahren gilt.

Die Berliner Polizei stellte Kuhr vorübergehend unter Polizeischutz, die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen eingeleitet. Im März 2010 sorgte die sogenannte Pokerräuber-Bande mit dem spektakulären Überfall auf das Poker-Turnier am Potsdamer Platz für bundesweites Aufsehen.

Im Dezember vergangenen Jahres verurteilte ein Gericht einen der Täter zu insgesamt sieben Jahren und drei Monaten Haft. Dazu beigetragen hat auch die Aussage von Michael Kuhr, der das Mitglied der arabischen Großfamilie schwer belastete. Kuhrs Sicherheitsfirma war für das Turnier engagiert worden.

Wie Morgenpost Online aus Sicherheitskreisen erfuhr, soll der 50-Jährige bereits über einen längeren Zeitraum ausspioniert worden sein. Durch intensive Ermittlungen fanden die Ermittler heraus, dass die Familie die Absicht gehabt haben soll, Kuhr zu töten.

"Gefahr gehört zu meinem Beruf"

Ein Auftragskiller sei bereits auserkoren worden, hieß es. Vor wenigen Wochen nahm ein Spezialeinsatzkommando (SEK) den mutmaßlichen Auftragskiller fest und stellte eine Maschinenpistole sicher, die er von einem Mitglied der Rockergruppierung Hells Angels Berlin City erhalten haben soll.

Kuhr wurde daraufhin unter Polizeischutz gestellt. Später bestellte die Polizei zwei Mitglieder der Familie in das Landeskriminalamt ein. Bei dieser sogenannten „Gefährderansprache“ teilte man den Männern mit, dass man über ihre Pläne informiert sei.

Sie stritten die Vorwürfe ab. Zudem, so argumentierten sie, verbiete ihr Glaube jegliche Gewalt.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte Ermittlungen: „Wir ermitteln gegen zwei Personen wegen Planung eines Tötungsdeliktes“, sagte Sprecherin Simone Herbeth. Im Gespräch mit Morgenpost Online sagte Kuhr: „Natürlich hat mich das Ganze sehr betroffen gemacht, allerdings gehört Gefahr zu meinem täglichen Beruf. Damit muss ich auch professionell umgehen“.

Nach den Gesprächen mit der Polizei habe sich die Lage jedoch entspannt, sagte er weiter. Die Drohungen gegen ihn hätten keine Auswirkungen auf sein Unternehmen gehabt. Er könnte wie zuvor auch weiterarbeiten.