EPT-Turnier

Zwei Jahre nach Raubüberfall wird im Hyatt wieder gepokert

Am Montag spielen 1300 Teilnehmer um mehr als fünf Millionen Euro in dem Hotel, in dem es einst zu dem spektakulären Überfall kam.

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Zwei Jahre nach dem spektakulären Raubüberfall auf das Pokerturnier im Hotel Grand Hyatt in Mitte heißt es von Montag an wieder „Shuffle up and deal!“. Am 6. März 2010 hatten vier junge Männer knapp eine Viertelmillion Euro erbeutet. Diese Täter und zwei Hintermänner sind gefasst und inzwischen verurteilt worden. Bei der Rückkehr der European Poker Tour (EPT) in das Luxushotel am Potsdamer Platz sollen verbesserte Sicherheitsmaßnahmen eine Wiederholung des damaligen Coups verhindern. „Wir garantieren höchste Sicherheitsstandards, da der komplette Geldfluss wie 2011 nur bei uns in der Spielbank Berlin stattfindet“, sagte Steffen Stumpf, Direktor der Spielbank. Auch die Spielerregistrierung erfolgt in der Bank, deren Zugang durch Metalldetektoren und Security-Mitarbeiter gesichert ist.

Im Berliner Grand Hyatt Hotel werden bis zu 1300 Teilnehmer aus aller Welt sechs Tage lang auf Deutschlands größtem Pokerturnier um Preise von mehr als fünf Millionen Euro kämpfen und dabei auf den Royal Flush hoffen, das höchste Blatt beim Pokern. Zur zwölften Station der diesjährigen EPT-Tour haben sich Pokerstars wie die Berliner Topspielerin Sandra Naujoks und der amtierende Weltmeister Pius Heinz ebenso angekündigt wie der Ex-Tennisprofi Boris Becker.

Tunier kehrt an Ort des Pokerraubs zurück

„Nach der großen Nachfrage im Vorjahr wurde die Turnierfläche extra erweitert. Sowohl in der Berliner Spielbank als auch im Luxushotel Grand Hyatt wird um das beste Blatt gekämpft“, sagte EPT-Sprecherin Tanja Holthaus. Jeweils bis zu 450 Spieler können an den ersten beiden Starttagen an den Tischen im Ballsaal des Luxushotels Platz nehmen, zusätzliche 20 Turniertische stehen in der Spielbank gegenüber dem Hotel parat. „Wir vereinen das Beste aus beiden Welten“, sagte Spielbank-Direktor Stumpf. Es gebe diesmal „mehr Turniere, mehr Startplätze und eine deutlich bequemere Spielsituation für die Teilnehmer“.

Im Vorjahr wurde das EPT-Turnier nur in der Berliner Spielbank ausgetragen, nun kehrt es an den Ort des Pokerraubs zurück. Vier bewaffnete Täter im Alter von 19 bis 21 Jahren hatten während der Pokerrunde aus einer kaum gesicherten Kasse die Startgelder in Höhe von 242.000 Euro erbeutet. Obwohl die Beute zu großen Teilen verschwunden blieb, wurden die vier jungen Täter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der „Onkel Ibo“ genannte Ibrahim El-M., der auch den Fluchtwagen gefahren hatte, erhielt für den Raub eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren und vier Monaten. Der 32 Jahre alte Tippgeber und Initiator Mohammed „Momo“ C. wurde vom Landgericht Berlin im Dezember vergangenen Jahres zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und drei Monaten verurteilt.