Neuer Hauptstadtflughafen

Taxi vom und zum BER - eine Strecke, zwei Preise

Wer nach der Landung am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld mit dem Taxi nach Berlin fahren will, muss künftig mehr bezahlen. Nimmt man hingegen eine Droschke von der City zum Airport, ist die Strecke zwar die gleiche, der Preis aber ein anderer.

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Trotz heftiger Proteste des Berliner Taxigewerbes: Fahrten vom neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld nach Berlin werden teurer als die Hinfahrt. Das sieht die neue Taxenregelung vor, die am Montag zwischen dem Land Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald (LDS), in dem der Airport liegt, getroffen wurde. Betroffen von der Regelung sind rund 6800 Berliner und bis zu 400 Taxen aus dem Brandenburger Landkreis.

„Mit der Vereinbarung wird das Laderecht für Berliner Taxen am Flughafen dauerhaft und gleichberechtigt gesichert, das bisherige ,Reißverschlussverfahren', mit Taxen aus dem Landkreis entfällt“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. „Alle Berliner und LDS-Taxen können am Flughafen BER gleichberechtigt Fahrgäste aufnehmen, es gibt keine Quotierung mehr wie derzeit noch am alten Flughafen SXF in Schönefeld“, so der für Verkehr zuständige Berliner Staatssekretär Christian Gaebler.

Keine Zuschläge für Koffer

Die neue Regelung sei erforderlich, weil der Flughafen im Bereich des Landkreises liegt und ohne Vereinbarung nur dort zugelassene Taxen Fahrgäste aufnehmen dürften. Nunmehr sei ein fairer Interessensausgleich zwischen Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald gefunden.

Für die Berliner Fahrgäste bedeutet die neue Regelung nun vor allem eine deutliche Preissteigerung bei Fahrten vom Airport zurück in die Hauptstadt. Nach einer Modellrechnung des Taxiverbandes Berlin-Brandenburg (TVB) wird eine Fahrt von Schönefeld zum Potsdamer Platz in Tiergarten 41 Euro kosten – die gleiche Strecke andersherum würde dagegen lediglich 38 Euro kosten. Gaebler verweist jedoch darauf, dass es auch künftig keine Zuschläge für Tiere und große Koffer gäbe – dieses wäre nach den Tarifen des Landkreises ebenfalls möglich gewesen.

Hinnehmen müssen die Berliner Taxifahrer künftig zudem, dass im Gegenzug für ihre Laderechte am Flughafen die Taxen des Landkreises bis zu einer Obergrenze von 400 Fahrzeugen ein entsprechendes Transportrecht in Berlin erhalten. Gegen die Konkurrenz aus dem Landkreis hatten sich die Berliner Verbände noch in der vergangenen Woche vehement gewehrt und mit einem Protestkorso quer durch die Stadt gedroht. „Wir warten eine Veranstaltung am Mittwoch ab und entscheiden dann, ob wir demonstrieren werden“, sagt TVB-Chef Detlef Freutel. Noch gebe es viele offene Fragen. So etwa, wie Fahrgäste künftig bei Stadtfahrten kontrollieren können, ob der Berliner oder der LDS-Tarif eingestellt sei.

Am Mittwoch soll die Regelung auf einer von der IHK organisierten Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

Abgelehnt wurde die Forderung des Berliner Taxigewerbes, die zwei getrennten Halteplätze am BER durchsetzen wollten. Lediglich in einem Punkt konnten sich die Berliner durchsetzen: „Die Fahrer aus dem Kreis Dahme-Spreewald müssen die Ortskundeprüfung für Berlin ablegen und erhalten dann eine entsprechende Erweiterung ihrer Fahrtberechtigung“, so der Staatssekretär.

Ob sich die neue Regelung bewährt, soll in einer einjährigen Testphase überprüft werden.

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