Zum 70. Geburtstag

Berlin bleibt Frank Zanders Bühne

An Rente denkt das Berliner Urgestein Frank Zander auch zu seinem 70. Geburtstag nicht. In der Hauptstadt hat sich der Sänger stets engagiert und sogar das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Er möchte ungern darüber sprechen. Der Mann mit dem charakteristischen Schnauzbart, der rauen Stimme, den groben Sprüchen – er schweigt. Zu jener „bösen 7“, die Frank Zander am Sonnabend einholt, fällt ihm nicht viel ein. „Rente, das Wort kenne ich gar nicht“, sagt der gebürtige Berliner. Er habe noch reichlich Pläne, keine Zeit, sich auszuruhen.

Nur vor seinem 70. Geburtstag gönnt er sich eine kurze Pause, macht Urlaub in seiner Zweitwohnung auf Ibiza. Weit weg von der Kälte, weit weg von Berlin. Und doch ist er in Gedanken in seiner Stadt, vor allem bei jenen Menschen, denen sich der Sänger seit Jahren verschrieben hat: den Obdachlosen, die er immer kurz vor Weihnachten zu seinem Gänseessen in das „Hotel Estrel“ einlädt.

Zum „Berliner des Jahres“ wurde er von den Lesern von Morgenpost Online 2008 wegen seines Engagements gewählt. Ein Bundesverdienstkreuz hat er bekommen. Auszeichnungen, die ihm viel bedeuten. Nicht wegen des Ruhms, um die Sache geht es ihm – und um seine Gäste. Persönlich begrüßt er bei seinem Weihnachtsessen jeden Einzelnen, den „Frank“, wie ihn alle nennen, den schätzen sie. „Der redet frei Schnauze“, sagte einer der Obdachlosen mal.

Das Publikum liebt ihn

Frank Zander hat sich im Laufe seiner 40-jährigen Bühnenkarriere eine Eigenschaft erhalten: Authentizität. In Neukölln aufgewachsen, macht er zunächst eine Ausbildung zum Grafiker, ehe es ihn in die Showbranche zieht. „Hier kommt Kurt“ wird zu einem seiner großen Hits, mit Helga Feddersen spaßt er in der „Plattenküche“.

Das Publikum liebt, die Kritiker belächeln ihn, den Ulk-Barden – doch der Erfolg gibt ihm recht: Berlin wird zu seiner Bühne. Nach Spielen von Hertha BSC singen die Fans mit ihm die Hymne „Nur nach Hause gehen wir nicht“. Frank Zander ist nicht gern Alleinunterhalter, auf und abseits der Bühne. Mit seiner Frau Evelyn ist er seit 40 Jahren verheiratet, sie und Sohn Marcus helfen ihm bei der Organisation der Veranstaltung im „Estre“. Am Sonnabend wollen sie ihm selbst eine größere Feier organisieren. Ob er nun will oder nicht.