Vermutung der Prostitution

Neuem Berliner "Pascha Club" droht das Aus

Hinter dem als Wellnessbetrieb gemeldeten "Pascha Club" in Berlin-Westend vermutet das Bauamt ein Bordell. Deshalb und wegen der Beschwerden der Anwohner könnte dem Unternehmen die Genehmigung entzogen werden.

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Der erst vor wenigen Wochen eröffnete „Pascha Club“ in der Nähe des Olympiastadions im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat bereits Ärger mit den Behörden. Er soll schließen. Bei dem als Wellnessbetrieb angemeldeten Unternehmen handele es sich ganz offensichtlich um ein Bordell, gegen das das Bezirksamt vorgehen werde, informierte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses.

Der Club in Westend sei nicht genehmigungsfähig, es hätten sich auch bereits etliche Nachbarn über den Betrieb, der 24 Stunden geöffnet habe, beschwert. Bei mehreren Kontrollen sei nachgewiesen worden, dass im Haus an der Flatowallee 14 Prostitution ausgeübt werde. Die Räume im ersten Obergeschoss der Villa dürften jedoch nur zum Wohnen genutzt werden.

Wechselvolle Geschichte

Mehr als 30 Jahre lang war die Villa an der Flatowallee eine der exklusivsten Nachtclubadressen Berlins. Doch der Edelclub im Wohngebiet, der mit einer Konzession der gewerblichen Zimmervermietung angemeldet war, erhielt 2007 die rote Karte vom Bezirksamt. Das Edelbordell, dem die sofortige Schließung drohte, durfte den nächtlichen Geschäftsbetrieb in den gemieteten Räumen noch bis Ende März 2011 offiziell fortführen. Darauf hatte sich der Inhaber des Clubs und damalige Mieter der Villa, Detlef Uhlmann, mit dem damaligen Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) geeinigt.

Die Behörde war mit dem Kompromiss einverstanden, weil ein Rechtsstreit vermutlich ähnlich lange gedauert hätte. Uhlmann musste 2009 aber eine Haftstraße wegen Steuerhinterziehung antreten. Das „Bel Ami“ ging 2011 mit anderem Betreiber in die Insolvenz.

Die Baubehörde hat dem „Pascha“ jetzt Zwangsmittel angedroht. Sollte der Betrieb rechtlich dagegen vorgehen, werde das Gericht über die Schließung entscheiden, auch über die Höhe der Geldstrafe, sagte Schulte.