17,5 Fehltage

Berliner sind oft und kurz krankgeschrieben

Eine Barmer-Studie hat die Fehlzeiten in den 16 Bundesländern verglichen. Die Hauptstadt liegt auf Platz fünf, Spitzenreiter ist Brandenburg. Vor allem Frauen und junge Beschäftigte sind häufig krankgeschrieben.

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Berlin ist die Stadt, in der Beschäftigte häufig, aber eher nur kurz krank sind. Das ergibt eine Auswertung des neuen Gesundheitsreports der Barmer GEK, bei der bundesweit 8,6 Millionen Menschen versichert sind. In Berlin sind demnach mehr als ein Drittel aller Arbeitsunfähigen nach drei Tagen wieder an ihrem Arbeitsplatz.

„Mehr als zwei Drittel der erfassten Arbeitsunfähigkeitsfälle dauern maximal eine Woche“, sagt Hermann Schmitt, Berliner Geschäftsführer der Kasse. Ob die Gesundheit nach dieser Zeit tatsächlich wieder hergestellt sei, mochte er nicht einschätzen. In wirtschaftlich schwierigen Jahren tendierten Angestellte dazu, auch krank zur Arbeit zu gehen, weil sie Angst hätten, den Job zu verlieren. Allerdings müsse bei den neuen Ergebnissen berücksichtigt werden, dass viele nicht sofort einen Arzt aufsuchen. In Deutschland gilt die Regel, dass erst am dritten Krankheitstag ein Attest beim Arbeitgeber vorliegen muss.

Insgesamt sind Angestellte in Berlin an 17,5 Tagen im Jahr krankgeschrieben. Im bundesweiten Vergleich rangiert die Hauptstadt damit immerhin auf Platz fünf. Noch häufiger fehlen die Menschen in Brandenburg, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am seltensten lassen sich Bayern, Baden-Württemberger und Bremer krankschreiben.

Auch junge Arbeitnehmer betroffen

Die Erhebungen zeigen, dass in Berlin sehr oft Frauen krankgeschrieben sind. „Das mag auch daran liegen, dass in der Hauptstadt überdurchschnittlich viele weibliche Beschäftigte im gebärfähigen Alter sind“, sagt Barmer-GEK-Sprecherin Viola Matzke. Mehr als ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeiten beginnen montags, woraus manche interpretieren, dass sich Beschäftigte damit „das Wochenende verlängern“. Allerdings könne dies auch daran liegen, dass Hausarztpraxen am Wochenende meist geschlossen sind.

Besonders hoch ist die Zahl der Krankschreibungen bei jungen Beschäftigten. In Berlin sind Auszubildende und Berufstätige im Alter zwischen 15 und 19 Jahren durchschnittlich zweimal pro Jahr krankgeschrieben, was in etwa dem bundesweiten Wert entspricht.

Insgesamt zeigt sich, dass Berliner häufiger als anderswo wegen Infektionen und Atemwegs-Erkrankungen zu Hause bleiben. Bei langen Fehlzeiten sind psychische Erkrankungen oder Probleme mit Rücken oder dem Muskel-Skelett-System die Ursache.