Treberhilfe

Ehlert gibt Land Berlin Schuld an der Insolvenz

Der Ex-Geschäftsführer der Treberhilfe erhebt schwere Vorwürfe gegen das Land Berlin. Laut Harald Ehlert treffe das Land selbst Schuld an der Insolvenz und soll bei der Treberhilfe mit 2,2 Millionen Euro in der Kreide stehen.

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Harald Ehlert, der ehemalige Geschäftsführer der Treberhilfe, hat sich am Freitag öffentlich zu Wort gemeldet. Ehlert, der noch Gesellschafter der Treberhilfe ist, fordert juristische und politische Aufklärung darüber, welche Rolle das Land Berlin bei der Insolvenz der Treberhilfe spielt. Seit dem 1.Dezember läuft das Insolvenzverfahren. Die rund 100 Mitarbeiter und die betreuten Jugendlichen und Obdachlosen wurden vom Evangelischen Diakoniezentrum Zehlendorf übernommen.

Negative Konsequenzen hat die Insolvenz vor allem für Ehlert, der die Affäre durch seinen Maserati-Dienstwagen im März 2010 auslöste. Als einer von zwei Gesellschaftern haftet er mit seinem privaten Kapital in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Seiner Meinung nach habe das Land selbst die Insolvenz verursacht, indem die Verträge mit der Treberhilfe im Mai dieses Jahres fristlos gekündigt worden und die Entgeltzahlungen für erbrachte Leistungen über Monate ausgeblieben seien. Noch immer schulde das Land der Treberhilfe Zuschüsse von 2,2 Millionen Euro, obwohl das Sozialgericht Berlin im September entschied, dass die Kündigung der Verträge nach einer ersten Prüfung nicht rechtmäßig gewesen sei.

Ehlert bestätigte, dass er die Villa in Caputh samt Bootshaus für 895.000 Euro von der Treberhilfe gekauft hatte. Der Kaufpreis liege, so Ehlert über dem Gutachterpreis für die zwei der drei Flurstücke. Der Vertrag müsse zunächst vom Insolvenzverwalter überprüft werden. Auch die Tatsache, dass er trotz der Niederlegung seiner Arbeit als Geschäftsführer weiter sein Jahresgehalt von 322.000Euro bezogen hat, bestätigte Ehlert. „Ich habe aber auch auf Ansprüche in sechsstelliger Höhe verzichtet“, sagte er.