Gendarmenmarkt

Weihnachtsmarkt sucht noch einen Baum

Die Vorbereitungen für den diesjährigen Weihnachtszauber auf dem Gendarmenmarkt laufen auf Hochtouren. Die Veranstalter erwarten rund 600.000 Besucher, die nun für das gesamte Gelände - nicht nur für den inneren Markt - einen Euro Eintritt zahlen müssen.

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Die Stadt aus weißen Zelten ist schon aufgebaut, auch der Stern liegt schon bereit. Wie jedes Jahr hat der „Weihnachtszauber Gendarmenmarkt“ seinen Platz zwischen Schauspielhaus, Deutschem und Französischem Dom gefunden. Nur der große Baum, eine Tanne aus Lankwitz, fehlt noch. Dafür kommt eine Douglasie aus dem Havelland, bei der es noch Transportschwierigkeiten gibt. „Ich weiß noch nicht, ob es möglich ist, sie aus dem Forst herauszubekommen“, sagte „Weihnachtszauber“-Veranstalter Helmut Russ bei einer Präsentation des Konzeptes am Freitag. „Aber ich verspreche, dass wir am 21. November einen Baum haben werden.“ Berliner, die einen geeigneten Baum für den Gendarmenmarkt zur Verfügung stellen möchten, können sich an den Veranstalter wenden (Tel. 01724562255). Ursprünglich sollte der Baum aus einem Vorgarten in Berlin-Lankwitz kommen. Doch da sich die Besitzer zerstritten haben, scheiterte das Vorhaben.

158 Aussteller werden erwartet

Der Markt wird am 21. November eröffnen. Bis zum 31. Dezember 2011 stehen etwa 80 Zelte auf dem Platz. Unter den 158 Ausstellern sind Hutmacher, Elfenbeinschnitzer, Holzbildhauer und eine Flachsstickerin, Fotografen, Maler und Grafiker, Gastronomen mit italienischer, französischer und österreichischer Küche. Auf dem Markt werden Akrobaten, Clowns, Engel auf Stelzen und der Weihnachtsmann unterwegs sein. Auf der Bühne vor dem Konzerthaus wird ein Weihnachtsprogramm geboten. Der Veranstalter rechnet mit etwa 60.0000 Besuchern. Anders als 2009 und 2010 kostet der Eintritt für das gesamte Gelände des „Weihnachtszaubers“ einen Euro. „Was wir zwei Jahre lang versucht haben – einen äußeren Markt ohne Eintritt und einen inneren mit Eintritt –, ist gescheitert“, sagte Russ. „Das haben weder die Aussteller noch die Besucher angenommen.“ Das Eintrittsgeld werde für das Bühnenprogramm, die Veranstaltungen und Charity-Aktionen verwendet.

Mehr als 60 Weihnachtsmärkte wird es bis zum Jahresende in Berlin geben. Mittes Wirtschaftsstadtrat Carsten Spallek (CDU) beschreibt die Märkte in Mitte als „eine Perlenschnur, die sich vom Alex bis zum Potsdamer Platz“ erstreckt. Der Bezirk profitiert von der Gebühr, die die Betreiber für die Nutzung der öffentlichen Flächen zahlen. Für den „Weihnachtszauber Gendarmenmarkt“ sind es nach Angaben von Helmut Russ mehr als 200.000 Euro im Jahr. Das Bezirksamt Mitte hat mit Russ einen Vertrag über fünf Jahre zum „Weihnachtszauber“ abgeschlossen, um dem Veranstalter Sicherheit bei der Planung und für Investitionen zu geben. Auch mit den Betreibern anderer großer Weihnachtsmärkte im Bezirk seien solche Vereinbarungen getroffen worden, sagte Stadtrat Spallek.

50.000 Euro für wohltätige Projekte

Zum „Weihnachtszauber“ gehört wie in den Vorjahren eine Charity-Aktion. 50.000 Euro aus den Einnahmen des Marktes sollen gemeinnützigen Projekten zugutekommen, darunter das traditionellen Weihnachtsessen für Obdachlose, zu dem der Entertainer Frank Zander einlädt. Auch das Gesundheitszentrum der Obdachlosen-Ärztin Jenny De la Torre soll unterstützt werden.

Der Verein Berliner helfen der Berliner Morgenpost wird Geld für ein Kinderprojekt in Mitte erhalten. Auch die „Zukunft Gendarmenmarkt“, eine Operngala für benachteiligte Kinder, soll Geld bekommen. Die Schecks werden auf einer Veranstaltung am 11. Dezember 2011 übergeben werden.

Helmut Russ lädt traditionell Kinder aus dem Wedding zu einem Sommercamp im Zillertal ein, mit einem Programm für Bewegung und gesunde Ernährung. Mehrere Sterne-Köche aus Berlin machen mit.

Den Geschäftsleuten in Mitte soll der „Weihnachtszauber“ helfen, die kommenden Jahre zu überstehen. „Wir kriegen in der Berliner Mitte einige Baustellen, die Auswirkungen auf das touristische Umfeld haben werden“, sagte Rainer Bolt von der IG Friedrichstraße. „Leider keine positiven.“ Es werde den Bau des Humboldtforums geben, den Weiterbau der sogenannten Kanzler-U-Bahn, der Gendarmenmarkt werde umgestaltet. „Das sind Belastungen, die die Berliner Mitte in den nächsten Jahren zu tragen hat.“ Umso wichtiger sei es, die Anziehungskraft von Mitte zu stärken.