Europa-Premiere

Operation Walküre - Tom Cruise zeigt seinen Film in Berlin

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A. Popovic und F. v. Mutius

Heute feiert das umstrittene Stauffenberg-Drama "Operation Wallküre" in Berlin Europa-Premiere. Hauptdarsteller Tom Cruise ist ist schon seit Montag in der Stadt und ging schon mal einkaufen - Handtaschen, Schuhe und 200 rote Rosen für Ehefrau Katie Holmes. CDU und FDP fordern einen Boykott des Films.

Er landete in der Nacht zu Montag mit seinem Privatjet in Schönefeld: Tom Cruise ist Dienstagbend persönlich dabei, wenn im Theater am Potsdamer Platz die Europapremiere seines Films "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" steigt, Ehefrau Katie Holmes soll ihn begleiten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand forderte am Montag einen Boykott der Premiere und begründet seine Ansicht damit, dass Cruise Mitglied der Scientology-Organisation ist. Diese sei "eine verfassungsfeindliche Organisation, ein totalitäres System".

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Meinhardt hat die Darstellung von Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg durch den US-Schauspieler Tom Cruise als unerträglich bezeichnet. „Es kann für die deutsche Widerstandsbewegung gegen Hitler im Nachhinein keine größere Ohrfeige geben, als dass ein Kämpfer gegen den Totalitarismus durch einen Scientologen dargestellt wird“, sagte Meinhardt. Das Weltbild der Organisation widerspreche dem Grundgesetz und dem christlichen Menschenbild.

Er werde nicht an der europaweiten Premiere des Films „Operation Walküre“ in Berlin teilnehmen, kündigte der FDP-Politiker an. Am Vortag hatte bereits der CDU-Politiker Michael Brand unter Verweis auf die Scientology-Zugehörigkeit von Cruise einen Boykott des Films gefordert.

Während die "Operation Walküre" 2007 in Berlin und Brandenburg gedreht worden war, hatte Katie Holmes (wurde Montagabend in Berlin erwartet) mehrfach der Luxus-Boutique "The Corner" von Josef Völk in Mitte einen Besuch abgestattet.

Der brave Ehemann hat sich das gemerkt und ließ für seine Liebste eine Überraschung vorbereiten: Das Geschäft lieferte Bekleidung von Katies Lieblingsdesigner (Balenciaga, Roland Mouret, Alexander McQueen) sowie Schuhe und Handtaschen von Louboutin und Balenciaga ins "Regent". Dort residiert das Paar in der achten Etage bis heute Abend. Was Cruise noch orderte: Geschätzte 200 rote Rosen für die Mutter seiner Tochter Suri.

Nachmittags besuchte der US-Schauspieler die Redaktion der "Bild"-Zeitung im Axel-Springer-Haus. Dem Chefredakteur Kai Diekmann sagte Cruise über seinen Film: "Es ist eine wichtige Geschichte, die erzählt werden muss. Wir wollten die Männer und Frauen des Widerstandes ehren."

Montagabend feierte Cruise mit der Walküre-Crew, u.a Christian Berkel, im "Borchardt" von Roland Mary. Dafür war der obere Restaurant-Teil gesperrt, die Fenster abgeklebt. "Normale" Gäste wurden im Souterrain bewirtet, das sie nur über den Hof erreichten.