Raubüberfall

Jugendliche attackieren behinderte Seniorin

Eine 60-jährige Berlinerin ist Opfer eines brutalen Überfalls geworden. Einer der drei Täter schlug ihr auf den Kopf. Als sie ihre Handtasche nicht loslassen wollte, wurde sie mehrere Meter weit mitgeschleift. Vom Arbeitsamt hat die Frau nun 50 Euro bekommen.

Foto: Steffen Pletl

Zu einem brutalen Raubüberfall ist es am Mittwoch in Britz gekommen. Opfer war dabei eine schwer behinderte Frau. Petra G. war am Mittwoch gegen 17.30 Uhr auf dem Gehweg am Wesenberger Ring unterwegs, als sich plötzlich drei bislang unbekannte Jugendliche von hinten anschlichen. „Plötzlich hat mir einer auf den Kopf geschlagen“, sagt die Britzerin gegenüber Morgenpost Online.

Die 60-Jährige stürzte durch die Wucht des Schlages auf den Boden. Anschließend versuchten zwei der Täter, ihr die Handtasche zu entreißen. Doch Petra G. wollte nicht loslassen. Die Täter zerrten an der Tasche und schleiften die Frau mehrere Meter weit mit. Schließlich ließ sie die Handtasche los. „Ich hatte einfach keine Kraft mehr“, sagt sie. Ein Passant habe den Überfall bemerkt und sei den drei Jugendlichen noch hinterher gerannt. Doch sie konnten fliehen. Petra G. wurde bei dem Überfall leicht verletzt.

Einen Tag nach dem Überfall spürt Petra G. die Folgen der Tat. Sie hat Kopfschmerzen und das Laufen fällt ihr noch schwerer als an anderen Tagen, denn nach einer Operation vor einigen Wochen muss sie eine Gehschiene tragen. Sie ist noch immer schockiert von dem Überfall, am Abend kam sie kaum in ihre Wohnung. Erst um 22 Uhr konnte der Schlüsseldienst ihr die Wohnungstür öffnen.

50 Euro vom Arbeitsamt

Außerdem muss Petra G. jetzt erst einmal die gestohlenen Papiere neu beantragen. Der Aufwand ist groß, weil er mit viel Bürokratie verbunden ist, auch finanziell kommt Petra G. in Schwierigkeiten. Denn seit einem Jahr kann die Berlinerin nicht mehr arbeiten. Ihren früheren Job bei einer Reinigungsfirma musste sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nun lebt sie von staatlicher Unterstützung.

Nach dem Überfall hatte sie vom Arbeitsamt 50 Euro bekommen. „Doch jetzt muss ich 28 Euro für einen neuen Personalausweis und zehn Euro für den Arztbesuch bezahlen. Dann bleiben mir noch zwölf Euro zum Leben“, sagt die 60-Jährige. Damit muss sie bis zum Wochenende auskommen. Zum Glück wird sie von ihren beiden Söhnen unterstützt. Wütend wirkt Petra G. nicht: „Wenn ich die drei Täter zu fassen bekomme, dann würde ich versuchen mit ihnen zu reden und ihnen zeigen was sie angerichtet haben.“