Zoo

Berliner Eisbär Troll nimmt Knuts Platz ein

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Sabine Flatau

Foto: dpa

Der Berliner Eisbär Troll ist vom Berliner Tierpark in den Zoo umgezogen. Dort soll er den Platz des im März verstorbenen Knut einnehmen und für Nachwuchs sorgen.

Der Berliner Zoo hat einen Neuzugang. Eisbär Troll ist von seinem langjährigen Quartier im Tierpark Friedrichsfelde auf die große Freianlage in Tiergarten gezogen. Das ist eigentlich das Revier der drei Eisbärinnen Katjuscha, Nancy und Tosca, der Mutter von Knut – doch die drei sind in ein benachbartes Gehege gewechselt. Erst wenn sich Troll an seine neue Umgebung gewöhnt hat, sollen sie wieder zurück. Es ist die gleiche Prozedur wie vor einem Jahr – als Publikumsliebling Knut zu seinen Artgenossinnen stieß, mit der Hoffnung, dass es zu einer Paarung kommen werde. Knuts früher Tod im März 2011 hat diese Hoffnung zunichte gemacht. Er starb im Alter von vier Jahren an einer Gehirnentzündung.

Troll ist 25 Jahre alt. Er wurde in Wuppertal geboren, kam nach Schwerin und von dort 1996 in den Berliner Tierpark. Dort lebte er mit Eisbärin Aika zusammen. „Er ist ein erfahrenes Zuchttier“, sagt Bärenkurator Heiner Klös. Der Zoo hofft, dass Troll mit einer der Bärinnen Nachwuchs zeugt. Doch voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr, meint Klös. Frühestens im Frühjahr 2012 könne das geschehen. Ein Eisbärenbaby würde dann im Winter 2012/2013 zur Welt kommen.

Troll ist seit einer Woche im Berliner Zoo. Am vergangenen Mittwoch wurde er in einer Transportkiste in den Tiergarten gefahren. Seit Montag lebt er auf der großen Eisbärenanlage. „Er hat sich umgesehen und alles erkundet“, sagt Kurator Klös. Zwar leben das Männchen und die drei Weibchen getrennt, doch sie können sich bereits riechen und sehen. Denn die Höhlen der beiden Gehege sind benachbart. Die Tiere bekommen Zeit zum Kennenlernen. Doch Troll wird es im Umgang mit den Bärinnen leichter haben als der junge Knut. „Er ist schwerer, kräftiger und selbstbewusster“, sagt Heiner Klös. Etwa 380 Kilogramm könne Troll jetzt auf die Waage bringen. Knut hingegen musste sich erst gegenüber den drei Bärinnen durchsetzen, die älter und schwerer waren als er.

Im Tierpark ist Aika, die langjährige Lebensgefährtin von Troll, allein zurückgeblieben. Die beiden waren viele Jahre ein Paar. Aika wird im November 31 Jahre alt. Sie hat drei Mal Junge zur Welt gebracht und zwei Babys selbst aufgezogen. Nun wird sie wahrscheinlich keinen Nachwuchs mehr bekommen. „Da gibt es keine Zukunft“, sagt Heiner Klös. „Wir mussten reagieren.“ Seit Kurzem gibt es auch ein Eisbärenmädchen aus Russland im Tierpark. Sie ist fast zwei Jahre alt, stammt aus Rostow und traf am 5. August in Friedrichsfelde ein.

Vor wenigen Tagen hat sie den Namen Tonja bekommen. Sie lebt allein, hat sich schon eingewöhnt und soll eines Tages zur alten Eisbärin ins Gehege ziehen. „Tonja ist fidel und aktiv“, sagt Kurator Florian Sicks. Aber gegenüber Aika sei sie noch zurückhaltend. Die alte Bärin hingegen sei aufgeschlossen. „Beide haben Sichtkontakt und können sich schon riechen“, sagt Sicks. Doch noch sollen beide Zeit bekommen, sich aneinander zu gewöhnen. Langfristig sei daran gedacht, dass auch Tonja einen Partner für die Paarung bekommen solle, sagt der Kurator. Doch noch gebe es kein konkretes Vorhaben.