Brandenburg

Vater überfährt dreijährige Tochter mit Jeep

Tragischer Unfall in Schwedt. Bei einem Rangiermanöver mit seinem Wagen übersah ein 43-Jähriger seine dreijährige Tochter und verletzte sie schwer am Kopf. Sie starb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Bei einem tragischen Unfall in Schwedt (Brandenburg) ist am Sonntagabend ein dreijähriges Mädchen ums Leben gekommen. Nach Informationen von Morgenpost Online habe der Vater der Kleinen mit seinem Jeep samt Anhänger rangieren wollen. Dabei übersah er offenbar das Mädchen und verletzte es tödlich am Kopf. Ein Notarzt brachte die kleine Janida sofort in ein Schwedter Krankenhaus. Dort erlag das Mädchen wenig später seinen schweren Kopfverletzungen. Wie die Staatsanwaltschaft in Eberswalde mitteilte, werde gegen den 43-jährigen Guido G. wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. „Darüber hinaus wird das Mädchen obduziert“, sagte Oberstaatsanwältin Claudia Grimm.

Guido G. gehört der Schaustellerfamilie Rübe aus Nordrhein-Westfalen an, die deutschlandweit mit einer Stunt-und-Action-Show auftritt. Die Familie ist durch den schrecklichen Unfall noch traumatisiert. „Im Moment können wir noch nicht klar denken“, sagte Henrico Rübe Morgenpost Online. Guido G. ist sein Schwager. Sowohl seine Schwester, die Mutter der getöteten Janida, als auch Guido G. stünden noch unter Schock. „Beide sind nicht ansprechbar. Was genau passiert ist, konnten sie uns noch nicht erzählen“, so Rübe. Auch ob Janidas Geschwister, ihr zehnjähriger Bruder und die sechsjährige Schwester, den Vorfall schon begriffen hätten, sei ungewiss.

Den Familienbetrieb trifft der tragische Tod Janidas doppelt. So hat die Familie nicht nur eine Tochter verloren, auch das Geschäft steht nun auf dem Spiel. „Wir müssen uns jetzt erst einmal zusammensetzen und besprechen, was wir tun“, so Rübe. Ursprünglich sollte am Sonntag die große Stuntshow am Oder-Center in Schwedt stattfinden. Die Show abzusagen, können sie sich eigentlich nicht leisten, so Rübe. Die Vorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen, die Werbung läuft auf Hochtouren. „Letztlich werden wir gezwungen sein, weiterzumachen“, sagte Rübe. Denn wegen des schlechten Wetters liefen die vergangenen Shows schlecht – die Zuschauer blieben weg. Probleme bereite nun auch der Organisator, auf dessen Gelände die Show stattfinden soll. Der mache sich Sorgen über das Image, sagte Rübe.

Solch ein schwerer Unfall sei in den vergangenen Jahrzehnten nicht passiert. Schließlich würden stets die Sicherheitsvorkehrungen beachtet. Die Familie kann auf eine 100-jährige Geschichte verweisen. „Wir sind Schausteller, wir kennen nichts anderes“, sagte Rübe. Deshalb sei es sehr wahrscheinlich, dass die Show stattfinden wird. Wichtig sei im Moment, zusammenzuhalten. „Wir sind eine Familie“, so Rübe. „Kinder und Familie sind für uns das höchste Gut.“