Heilige Messe

Zehntausende Menschen wollen den Papst sehen

Für die Papstmesse soll das Berliner Olympiastadion in eine riesige Freiluft-Kirche verwandelt werden, die rund 70.000 Menschen fasst. Bei seinem Besuch in der Hauptstadt wird Benedikt XVI. möglicherweise auch Missbrauchsopfer treffen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Rund 67.000 Menschen haben sich bislang für den Papstbesuch am 22. September in Berlin angemeldet. Das Erzbistum Berlin hat keine Sorge, das Berliner Olympiastadion zu füllen. Wie Prälat Ronald Rother am Montag weiter sagte, wird in der Fußball-Arena eine Freiluft-Kirche entstehen: „Wir bauen einen Altar, wir werden ein Kirchenschiff haben, Emporen ringsum, eine Sakristei, mehrere sogar, für den Papst, die Bischöfe und die Priester.“ Auch einen großen Kirchenchor und Bläser sowie eine Band für moderne Kirchenmusik wird es geben. Nur auf eine Orgel wird verzichtet. 450 Hostienschalen stehen bereits bereit. 80.000 Hostien würden in Kloster Alexanderdorf (Teltow-Fläming) gebacken.

Wie das Erzbistum erläuterte, fallen durch den Einbau der Altarinsel vor dem Marathontor im Olympiastadion zwar Plätze weg. Durch Sitzplätze auf dem Spielfeld könne dies aber ausgeglichen werden. Das Erzbistum Berlin will 70.000 Menschen die Teilnahme am Gottesdienst ermöglichen. Sollte dies nicht reichen, könnte das Maifeld miteinbezogen werden. Dort wäre die Messe auf einer Videowand zu sehen. Unter den angemeldeten Besuchern im Olympiastadion sind auch 120.00 Gäste, die als Gruppen aus Deutschland, Österreich und Polen anreisen. Prälat Rother sagte, er sei froh, dass der Heilige Vater dem Ortswechsel vom Schloss Charlottenburg ins Berliner Olympiastadion zugestimmt habe. Die ursprüngliche Wahl für das Schloss Charlottenburg als Ort des Gottesdienstes hatte dem Erzbistum viel Kritik eingebracht. Weil die Kapazität des Platzes nur für 40.000 Teilnehmer gereicht hätte, wollte man Videowände in den Seitenstraßen aufstellen. Viele ältere, aber auch jüngere Christen beklagten, dass sie stundenlang stehen sollten.

Für die Reise, die Papst Benedikt XVI. vom 22. bis zum 25. September nach Berlin, Erfurt und Freiburg führen wird, haben sich bislang insgesamt 175.000 Menschen angemeldet, wie der Generalkoordinator der Reise, Pater Hans Langendörfer, sagte. Benedikt XVI. könnte bei seinem Besuch auch mit Missbrauchsopfern zusammentreffen. Nach den Erfahrungen von früherer Reisen sei nicht auszuschließen, dass eine solche Begegnung kurzfristig und diskret zustande komme, sagte Langendörfer. Dies sei aber keine Zusage für ein solches Treffen, betonte er.

Die Deutsche Bischofskonferenz rechnet mit Kosten in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro. Dabei handele es sich hauptsächlich um Kosten für die Gottesdienste. Wahrscheinlich werden alle Bistümer an den Kosten beteiligt.

Mit einer ganzen Palette von „Fan-Artikeln“ können Papst-Fans mithelfen, die Reise zu finanzieren. So gibt es Herren- und Damen-Shirts, Baseball-Kappen, Anstecker, Schlüsselanhänger, Leuchtkerzen, Kaffee-Becher mit dem Papamobil als Aufdruck. Sitzkissen, Schirm, Rosenkränze, Gedenkmünzen – die Auswahl ist groß und reicht preislich von 2 Euro für einen Stift bis zu 134 Euro für eine Goldmünze. Für die Sicherheit des Papstes und den Transport der rund 35-köpfigen Delegation kommt die Bundesrepublik Deutschland auf, da es sich um einen Staatsbesuch handelt.

Anmeldungen noch möglich

Anmeldungen zum Papstbesuch im Olympiastadion sind noch möglich: Vorerst bis zum Freitag, 15. Juli, in den Gemeinden und im Internet unter der Adresse: www.papst-in-deutschland.de . Dort sind auch für die anderen Besuchsorte des Papstes Informationen zu finden. In der kommenden Woche sollen dann nach und nach die Bestätigungen für die Angemeldeten in Berlin versandt werden. Es wird Sitzplätze geben.