Flughafen-Nachnutzung

TU in Tegel - Berlins Parteien sind skeptisch

Die Pläne für einen Umzug der TU nach Tegel trifft in der Berliner Politik auf verhaltene bis ablehnende Reaktionen. Besonders die hohen Kosten und der fehlende Finanzierungsplan werden kritisiert.

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Der Vorstoß von TU-Präsident Jörg Steinbach, das Flughafenareal Tegel als Standort für einen neuen Campus der Hochschule zu nutzen , stößt in der Berliner Politik auf verhaltene bis ablehnende Reaktionen. „Man muss erst einmal klären, ob man die Universität überhaupt aus dem Innenstadtbereich herausziehen will“, gibt Daniel Buchholz zu bedenken. Der SPD-Abgeordnete weist darauf hin, dass „eine Uni mitten in der Stadt die Stadt belebt“. Grundsätzlich halte er den Vorstoß Steinbachs „für eine diskussionswerte Idee, die allerdings noch auf ihre Finanzierbarkeit und Machbarkeit hin überprüft werden muss“. So einen Vorschlag dürfe man nicht ablehnen, kommentiert der in Reinickendorf verwurzelte SPD-Abgeordnete Jörg Stroedter. Eine Haltung, die der wissenschaftspolitische Sprecher der Linken nicht teilt. „Klingt verlockend, ist aber nicht finanzierbar“, sagt Wolfgang Albers kurz und deutlich.

Steinbach hatte am Sonnabend bestätigt, dass die TU darüber nachdenke, auf dem Flughafenareal Tegel einen neuen Campus zu errichten und dorthin mit der kompletten Hochschule umzuziehen. Ein genaueres Konzept zur Umsetzung oder gar Finanzierung blieb der TU-Präsident allerdings noch schuldig.

Genau das stößt auf Widerspruch. „Es ist mehr als fragwürdig, mit so einem Vorschlag an die Öffentlichkeit zu gehen, ohne ein Konzept in der Tasche zu haben“, sagt Stefanie Bung. Die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU forderte den TU-Präsidenten Steinbach auf, „erst einmal zu erklären, was der Vorteil einer solch kostenintensiven Aktion sein soll“. Sie habe kein Verständnis für Steinbachs Vorgehen, so Bung, „das ist absurd.“ Bung wird von Franziska Eichstädt-Bohlig unterstützt. Die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen sieht für den räumlichen Weiterentwicklungsbedarf der TU zudem „ausreichendes Potenzial in der City West“. Eichstädt-Bohlig verweist auf frei werdende Immobilien des Bundes an der Fasanenstraße oder das für das Riesenrad frei gehaltene Grundstück am Bahnhof Zoo.

FPD hält Umzug nicht für notwendig

Der CDU-Abgeordnete Nicolas Zimmer hingegen befürwortet den Ansatz, den Flughafen Tegel künftig wissenschaftlicher Nutzung zu übergeben. Zimmer betont aber auch, dass die Idee des TU-Präsidenten nur dann eine Chance habe, wenn sich ein Investor finde.

Bei der FDP sieht man keine Notwendigkeit für einen Umzug der TU, zumal die verkehrliche Anbindung in der City West im Gegensatz zu Tegel optimal sei. „Warum will die TU nach Tegel?“, fragt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der FDP, Klaus-Peter von Lüdeke, „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Hochschule aus allen Nähten platzt“, sagt von Lüdeke.