Kriminalstatistik

Einbrecher nehmen Berlins Villen ins Visier

Entgegen dem bundesweiten Trend ist die Gesamtzahl der Einbrüche in Berlin im Jahr 2010 leicht zurückgegangen. Allerdings konzentrieren sich die Kriminellen stärker auf Villen und Einfamilienhäuser.

Foto: picture-alliance / dpa

Die Zahl der registrierten Straftaten in Deutschland ist erneut gesunken. Sie ging im vorigen Jahr um zwei Prozent auf rund 5,9 Millionen zurück (2009: minus ein Prozent). Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2010 hervor, die Morgenpost Online vorliegt und die Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Freitag vorstellen will. Nur jede sechste Tat wird aufgeklärt.

Laut der PKS stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche bundesweit um 6,6 Prozent auf rund 123.000. Die meisten dieser Straftaten fanden mit 44.769 im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen statt, das mit einem Anstieg von 8,9 Prozent über dem Bundesschnitt liegt.

Entgegen diesem bundesweiten Trend ist die Zahl der Einbrüche in Berlin im Jahr 2010 leicht zurückgegangen. In der Hauptstadt gab es 8713 solcher Taten (minus 1,8 Prozent), zugleich nahmen aber die Einbrüche in Villen und Einfamilienhäuser deutlich zu (plus 16, 2 Prozent). In Berlin werden der Statistik zufolge 25,3 Einbrüche pro 10.000 Einwohner verübt, in ganz Bayern sind es 3,57.

Höchste Zuwachsrate in Sachsen

Prozentual den höchsten Zuwachs verzeichnete Sachsen mit 21,2 Prozent. „Den absoluten Schwerpunkt bildet die Stadt Leipzig. Fast die Hälfte aller in Sachsen registrierten Wohnungseinbrüche wurden dort verübt“, sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) Morgenpost Online. Daneben gab es in Hessen (plus 16,3 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 13,7 Prozent) und Brandenburg (plus 11,7 Prozent) die höchsten Wachstumsraten.

Bezogen auf die Einbrüche je Einwohner liegt Bremen mit 2877 solcher Delikte unter den 16 Bundesländern an der Spitze, obwohl es mit 15,4 Prozent den höchsten Rückgang aufweist. Denn in der Hansestadt ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, etwa zwölf Mal höher als beim Länderprimus Bayern (4470 Einbrüche, minus1,2 Prozent).

Bremen vor Hamburg und Berlin

In Bremen kommen auf 10.000 Einwohner 43,6 Wohnungseinbrüche, in Bayern aber nur 3,6. Bremen befindet sich damit in der Häufigkeitszahl noch vor Hamburg (42,3 Einbrüche je Einwohner) und Berlin (25,3).

„Dass die Stadtstaaten im Vergleich mit den Flächenstaaten schlecht abschneiden, ist keine Überraschung“, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) Morgenpost Online. Er empfiehlt den Bürgern, Wertgegenstände mit „künstlicher DNA“, einer Markierungsflüssigkeit, zu schützen. Seine Erfahrung ist: „Wenn Bürger das auch nach außen kenntlich machen, gehen die Einbrüche spürbar zurück.“

Auch in Hamburg stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche auf 7536 (plus 7,6 Prozent).

Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) sieht die Entwicklung mit Sorge, zumal die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch bundesweit nur bei knapp 16 Prozent liegt. „Abgesehen von dem eingetretenen Vermögensschaden berühren Wohnungseinbrüche das Sicherheitsgefühl der Bürger in besonderer Weise, denn es handelt sich immer auch um einen empfindlichen Einbruch in die Privatsphäre“, sagte Woidke Morgenpost Online."

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