Autos angezündet

Mutmaßlicher Brandstifter muss doch in U-Haft

Nach der Festnahme zweier mutmaßlicher Auto-Brandstifter sitzt einer der beiden Verdächtigen nach vorübergehender Haftverschonung nun doch in U-Haft. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte gegen die Entscheidung erfolgreich protestiert.

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Erstmals in diesem Jahr hat die Berliner Polizei mutmaßliche Autobrandstifter festgenommen. Zwei Männer wurden in der Nacht zu Freitag gestellt.

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Die Polizei hatte am vergangenen Freitagmorgen die beiden Verdächtigen Otto B. und Detlef M. an der Lüneburger Straße in Moabit festgenommen, nachdem in der Nacht insgesamt elf Fahrzeuge und ein Motorroller gebrannt hatten. Beide waren per Fahrrad unterwegs und hatten einen Beutel mit Grillanzündern und einem Feuerzeug dabei. Mithilfe eines Hubschraubers und einer Wärmebildkamera konnten sie aufgespürt werden. Da sich ein dringender Tatverdacht bei dem 24 Jahre alten Otto B. nicht erhärtet hatte, wurde er noch am selben Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Detlef M. hingegen konnte mit einer früheren Brandstiftung in Verbindung gebracht werden. Ein Gericht erließ daraufhin Haftbefehl, gewährte dem 43-jährigen jedoch Haftverschonung. Gegen diese Entscheidung legte die Berliner Staatsanwaltschaft Beschwerde ein – mit Erfolg. „Die Haftverschonung war aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht gerechtfertigt“, sagt Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Noch am vergangenen Sonnabend hatte der ermittelnde Oberstaatsanwalt vergeblich versucht, die Haftverschonung zu verhindern.

Seit Mai hat sich die Zahl der Auto-Brandstiftungen rapide erhöht. Insgesamt wurden durch die Anschläge in diesem Jahr insgesamt 159 Fahrzeuge beschädigt oder vollständig zerstört. Die Ermittler glauben inzwischen, dass ein Großteil der Taten nicht mehr politisch motiviert ist. Waren die Täter anfangs eher dem linksextremistischen Milieu zuzuordnen, gehen die Beamten nun davon aus, dass es sich bei einem Großteil der Täter um Trittbrettfahrer handelt.