Papst-Besuch

Für Messe im Olympiastadium gibt es noch Plätze

Benedikt XVI. wird nun im September nicht vor dem Schloss Charlottenburg, sondern im Berliner Olympistadium eine Heilige Messe feiern. Zehntausende Besucher können sich auf überdachte Sitzplätze freuen.

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Die Entscheidung ist endlich gefallen. Nicht vor dem Schloss Charlottenburg, sondern im Berliner Olympiastadion wird Papst Benedikt XVI. die Eucharistiefeier am 22. September zelebrieren. Das teilte Stefan Förner, Sprecher des Erzbischöflichen Ordinariats, am Mittwoch mit. Nach Angaben der Verantwortlichen gibt es bereits fast 50.000 Anmeldungen für das Ereignis. „So viele Menschen wollen die Heilige Messe mit dem Papst feiern, dass der Platz vor dem Schloss Charlottenburg aus allen Nähten platzen würde“, sagte Diözesanadministrator Weihbischof Matthias Heinrich. Nun sind sogar weitere Anmeldungen unter www.papst-in-deutschland.de möglich.

Die ursprüngliche Entscheidung für das Schloss als Ort des Gottesdienstes hatte dem Erzbistum viel Kritik eingebracht. Weil die Kapazität des Platzes nur für 40.000 Teilnehmer gereicht hätte, wollte man Videowände in den Seitenstraßen aufstellen, auf denen das Ereignis übertragen werden sollte. Ältere Christen beklagten, dass sie stehen müssten, möglicherweise sogar im Regen. Etwa 14.000 Gläubige kommen aus Polen, Österreich und aus den anderen Bundesländern. Für die Busse werden Parkplätze benötigt, die am Schloss nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Auch eine Vielzahl mobiler Toiletten hätte aufgestellt werden müssen.

Im Olympiastadion dagegen gibt es ausreichend Sitzplätze, viele sind sogar überdacht. Das Stadion ist barrierefrei. Die Verlegung der Messe vom Schloss zum Olympiastadion sei zwischen dem Vatikan, der Deutschen Bischofskonferenz und dem Erzbistum Berlin abgestimmt worden, so Förner. Die endgültige Entscheidung werde Ende Juni der Verantwortliche für die Papstreisen, Alberto Gasbarri, aus dem Vatikan treffen. Er komme zu einer Vorbereitungsreise nach Deutschland. Im Olympiastadion habe schon 1996 Papst Johannes Paul II. einen Gottesdienst mit 90.000 Gläubigen gefeiert. Er sprach damals den Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg heilig.

Die Messe in Berlin ist Auftakt der Deutschland-Reise des Papstes. Er wird auch Erfurt besuchen. Für den Gottesdienst auf dem Domplatz meldeten sich mehr als 42.000 Menschen an, aus Sicherheitsgründen wurden aber nur knapp 28.000 Karten vergeben. Für den Papst-Gottesdienst im Wallfahrtsort Etzelsbach gibt es 32.000 Anmeldungen.

„Genug Platz für alle“

Wolfgang Klose, Vorsitzender des Diözesanrates, hatte sich von Anfang an für die Papstmesse im Olympiastadion ausgesprochen. „Ich freue mich, dass die Entscheidung so gefallen ist“, sagt Klose. Jetzt gebe es genug Platz für alle, die daran teilnehmen möchten. Er habe Anrufe von Gruppen aus allen Teilen Deutschlands bekommen, die sich zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen wollen, um in Berlin dabei zu sein. Auch in Polen hätte der Besuch ein großes Interesse geweckt. Doch die meisten hätten davor zurückgeschreckt, stundenlang stehen zu müssen. Mit der Entscheidung für das Olympiastadion gebe es dieses Problem nicht mehr.

Doch nicht nur die Sitzplätze und der zusätzliche Platz sprächen seiner Meinung nach für den jetzt gewählten Standort. „Das Olympiastadion ist prädestiniert für Großveranstaltungen und hat eine ganz eigene Atmosphäre“, sagt Klose. So käme durch die Wahrnehmung des Gegenübers ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl während der Feier auf.