Call a bike

In Berlin startet neues Fahrräder-Leihsystem

In der östlichen Innenstadt bietet die DB Rent in Berlin ein neues Mietsystem für Fahrräder an. Anders als bisher, müssen die Räder zur Leihstation zurückgebracht werden.

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Ausleihstationen statt zufälliger Abgabeorte in der Innenstadt: Die Bahn hat am Freitag ihr Mietfahrrad-System „Call a Bike" in Berlin mit neuem Konzept auf den Weg gebracht. An 50 Stationen können Berliner und Gäste für maximal 15 Euro pro Tag eines von 500 Rädern ausleihen.

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Die Deutsche Bahn hat am Freitag ihr neues Mietfahrradsystem „Call a Bike – Das Stadtrad für Berlin“ gestartet. An zunächst 39 Stationen können nun die silberfarbig lackierten Bahn-Räder ausgeliehen werden. Anfang kommender Woche werden 15 weitere mit Solarstrom betriebene Stationen in Betrieb gehen. Bis Ende Juli soll das Angebot auf 85 Standorte wachsen. Dann sollen insgesamt 1250 Fahrräder zur Verfügung stehen. Nach einer einjährigen Pilotphase wollen die Bahntochter DB Rent und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entscheiden, ob das Netz ausgeweitet wird. Angestrebt wird eine Ausdehnung auf bis zu 320 Stationen mit 5000 Rädern. Bislang beschränkt sich das Angebot auf Mitte und Friedrichshain. Die nächsten Terminals entstehen in Kürze in Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hätte DB Rent auch in der City West gerne Leihstationen gebaut. Allerdings konnte man sich bislang nicht mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einigen.

Die Konzentration auf die östliche Innenstadt ist aber nicht der einzige Kritikpunkt. Das neue System löst das bisherige, flexible Leihsystem ab. Bislang standen die Mieträder an zahlreichen Standorten der Stadt und konnten nach einer Registrierung per Handy gebucht werden. Vorteil für die Nutzer bisher: Sie konnten ihr Rad nach der Benutzung an jedem beliebigen Ort der Stadt stehenlassen. Nun muss das Rad wieder zurück zu einer Station.

In Hinterhöfen verschwunden

Aus Sicht des Betreibers überwogen aber die Nachteile. Viele Räder verschwanden in Hinterhöfen oder mussten aufwendig in Außenbezirken wieder eingesammelt werden. Außerdem war der Ausleih-Vorgang nach Unternehmensangaben komplizierter als jetzt. „Stationäre Systeme haben sich in der Praxis weit mehr bewährt“, sagte am Freitag DB-Rent-Chef Rolf Lübke und verwies auf Projekte in Paris und Barcelona und andere Erfahrungen in Deutschland. So wurden in Hamburg, wo es schon ein stationäres System gibt, die 800 Räder im April 121.000-mal gemietet. In Frankfurt/Main gab es mit einem flexiblen System bei gleicher Anzahl von Rädern 35.000 Ausleihen.

Pro Minute kosten die Räder 8 Cent, pro Tag 15 Euro. Wer ein Pauschalangebot bucht, kann die ersten 30 Minuten kostenlos fahren. Für ein Jahr Pauschaltarif zahlen normale Kunden 36 Euro, Inhaber einer Bahncard 27 Euro. Ein Sonderangebot gibt es zum Start für Abo-Kunden von BVG und S-Bahn. Bis zum 31. August kostet die Jahrespauschale nur 9 Euro, danach 18 Euro. Details zur Nutzung und die Standorte der Terminals gibt es im Internet unter www.callabike.de/berlin.