2011

Was sich für die Berliner im neuen Jahr ändert

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Höhere Strompreise, mehr Kosten für den öffentlichen Verkehr, dafür aber keine Kitagebühren mehr. Mit dem Jahreswechsel kommen auf die Berliner ein Reihe wichtiger Neuerungen zu.

Strom: Der größte Versorger Vattenfall Europe hebt die Strompreise für seine 1,6 Millionen Berliner Kunden deutlich an. Ab Jahresbeginn müssen Privatkunden im Schnitt 9,9 Prozent mehr zahlen, Gewerbekunden 11 Prozent. Jeder kann auch einen anderen Anbieter wählen, doch viele erhöhen ebenfalls die Preise oder haben es schon vor kurzem getan. Verbraucherschützer raten dazu, die Preise zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln.

Fahrpreise: Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) werden nach knapp drei Jahren mit stabilen Preisen im Schnitt um 2,8 Prozent teurer. In Berlin kostet der Einzelfahrschein AB künftig 20 Cent mehr, nämlich 2,30. Eine Tageskarte kostet 6,30 Euro (bisher 6,10 Euro), eine Monatskarte 74 statt 72 Euro.

Kitas: Alle Berliner Jungen und Mädchen können Kindertagesstätten künftig in den drei Jahren vor der Einschulung beitragsfrei besuchen - bisher waren es zwei Jahre. Eltern sparen durch die neue Regelung jährlich durchschnittlich 680 Euro pro Kind, die monatliche Pauschale von 23 Euro für das Mittagessen bleibt aber. Das Land lässt sich das dritte beitragsfreie Kita-Jahr rund 19 Millionen Euro kosten.

Soziales: Der Beitragssatz für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. 8,2 Prozent vom Bruttoeinkommen entfallen auf Arbeitnehmer und Rentner; für die Arbeitgeber sind es 7,3 Prozent. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung steigt von 2,8 auf 3,0 Prozent. Er wird zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen.

Flüge: Das gilt auch ab Tegel und Schönefeld: Für Flugreisen wird eine neue Luftverkehrssteuer erhoben. Bis 2500 Kilometer einfache Strecke sind 8 Euro fällig, bis 6000 Kilometer 25 Euro, für längere Flüge 45 Euro. Inwiefern die Gesamtpreise fürs Fliegen steigen, ist wegen des harten Preiskampfes in der Branche aber offen.

Geldautomaten: Wer Bargeld an Automaten fremder Geldinstitute abheben will, sieht ab 15. Januar auf dem Display die Höhe der Gebühr. Die Privatbanken wollen nur noch höchstens 1,95 Euro je Fremdabhebung berechnen. Sparkassen und Volksbanken könnten nachziehen.

Glücksspiel: Die Einnahmen von Glücksspielautomaten werden zum 1. Januar in Berlin deutlich höher besteuert. Die Betreiber müssen dann 20 Prozent statt 11 Prozent Vergnügungssteuer bezahlen. Das Land will so die rasante Ausbreitung von Glücksspielautomaten stoppen.

Führerschein ab 17.: Er erlaubt jungen Leuten, sich von ihrem 17. Geburtstag an ans Steuer zu setzen, wenn ein Erwachsener dabei ist. Dieser muss allerdings auch seit mindestens 5 Jahren einen Führerschein besitzen und darf höchstens drei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei haben. Bislang war das Fahren mit 17 bereits in einigen Modellregionen erlaubt, darunter in Brandenburg.

( dpa/ap )