Humboldt-Forum

Neuer Vertrag mit Architekt Stella abgeschlossen

Der Rechtsstreit um den Architekten-Vertrag für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist beigelegt. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat den Kontrakt mit Franco Stella modifiziert und noch einmal abgeschlossen. Nach derzeitigem Stand will der Bund Ende 2010 mit dem Bau des Schlosses beginnen.

Der Konflikt um die Beauftragung des Architekten Franco Stella mit dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist beigelegt. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat am Mittwoch den im Juni geschlossenen Vertrag mit Stella noch einmal abgeschlossen. Er war zunächst aus formalen Gründen für nichtig erklärt worden. Das berichtete die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf das Bundesbauministerium. "Jetzt können wir loslegen mit der Realisierung des Projekts", sagte Bauminister Peter Ramsauer (CSU). Eine offizielle Bestätigung war am Mittwochabend nicht zu erhalten.

Mit der erneuten Unterzeichnung des Vertrages beseitigte der Bund die Mängel beim Abschluss des Kontraktes vom 18. Juni, die das Oberlandesgericht Düsseldorf am 2. Dezember beanstandet hatte. Das Gericht hatte bemängelt, dass der Bund die übrigen Preisträger des Architektenwettbewerbs von 2008 nicht vorab über die beabsichtigte Auftragsvergabe an Franco Stella unterrichtet habe. Stella hatte den Wettbewerb im November 2008 gewonnen.

Vier Architekten belegten damals den dritten Platz. Sie wurden vor dem erneuten Abschluss des Vertrages mit Stella über den beabsichtigten Vertragsabschluss informiert. Nachdem bis zum 29. Dezember keine Beanstandungen der übrigen Wettbewerbsteilnehmer eingegangen seien, konnte der Vertrag mit Stella "erneut zivilrechtlich wirksam abgeschlossen werden", heißt es in einer internen Kurzinformation des Bauministeriums. Stella könne seine Planungen nun auf sicherer rechtlicher Grundlage fortführen, hieß es.

Nach derzeitigem Stand will der Bund Ende 2010 mit dem Bau des Schlosses beginnen. Es soll den Namen Humboldt-Forum tragen und als Museum, Bibliothek und kultureller Veranstaltungsort genutzt werden. Der Wiederaufbau des Stadtschlosses soll 550 Millionen Euro kosten. Das Gebäude mit barocken Originalfassaden soll nach dem bisherigen Stand 2016 fertig werden, etwa zwei Jahre später als bisher geplant.