Humboldt-Forum

"Schlossbauhütte" zieht nach Spandau

Die ehemalige Alexander-Kaserne wird zur Werkstatt für die Barockfassade des Humboldt-Forums

Die mit der Rekonstruktion der Schlossfassade für das Humboldt-Forum beauftragten Handwerker, Bildhauer und Architekten sollen auf dem Gelände der ehemaligen britischen Alexander-Barracks an der Streitstraße in Spandau eine eigene „Schlossbauhütte“ beziehen. Zudem sollen die geborgenen Originalteile der 1950 gesprengten Hohenzollernresidenz dort gesammelt und ausgewertet werden.

"Wir verhandeln mit der Eigentümerin des Kasernengeländes, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben“, sagte am Dienstag Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung „Berliner Schloss – Humboldt Forum“.

Seit dem Abzug der Briten aus Berlin 1994 stehen Teilbereiche des Kasernenareals leer. Im Gespräch für die Einrichtung einer Bauhütte ist eine große Wartungshalle, die die Briten in den 1980er-Jahren errichteten. „Die Halle ist groß genug, um dort mit Lkw rein- und rausfahren zu können“, so Rettig. Zudem gebe es genügend Abstand zu den Nachbarn. „Die Steinmetzarbeiten sind laut und mit Feinstaubentwicklung verbunden“, so Rettig. Das sei auch der Grund, weshalb die Bauhütte nicht in Mitte untergebracht werden könne.

Die Idee, für das Humboldt-Forum eine Schlossbauhütte einzurichten, steht in der Tradition mittelalterlichen Dombauhütten. In diesen waren, geleitet vom Baumeister, Handwerker und Künstler versammelt, die gemeinsam am Bau der Kathedrale arbeiteten.

Erste Spendenmillion

Rettig konnte am Dienstag auch vermelden, dass die erste Spendenmillion für die insgesamt auf 80 Millionen Euro kalkulierte Barockfassade auf dem Konto der Stiftung eingegangen ist. Die Spende stammt vom Förderverein Berliner Schloss. Der Geschäftsführer des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, sagte zu, nunmehr regelmäßig eingesammelte Sach- und Geldspenden an die Stiftung überweisen zu wollen. Zu den Sachleistungen gehörten etwa Architekturpläne und Modelle für Fassadenschmuckelemente, die im Auftrag des Vereins bereits erstellt wurden. Der Verein habe bereits Spendenzusagen über 20 Millionen Euro, so Boddien.

Rainer Bomba, seit drei Wochen Staatssekretär im Bundesbauministerium, sagte, dass das von seinem Vorgänger genannte Fertigstellungsdatum 2014 nach erster Prüfung illusorisch sei. Vermutlich werde das Schloss 2016 fertig.