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Ein Jahr Tempelhofer Feld
Flughafengebäude und Park passen nicht zueinander
Am 8. Mai 2010 wurde der Flughafen Tempelhof für Besucher geöffnet – allein bis Dezember kamen über 1,5 Millionen Besucher. Doch die Konzepte für Flughafengebäude und Freifläche harmonieren nicht.

Das in den 30er-Jahren entstandene Flughafengebäude war damals mit einer Bruttogeschossfläche von 284.000 Quadratmetern das flächengrößte Gebäude der Welt. Allein die Gesamtlänge des Gebäudes beträgt 1230 Meter.© pa

Die Fläche, auf der der Flughafen Tempelhof gebaut wurde, das Tempelhofer Feld, war früher ein Exerzierplatz.© pa/dpa

1923 war der Flughafen in Tempelhof in Betrieb gegangen. Nur etwas mehr als zehn Jahre später genügte die Anlage nicht mehr dem Verkehrsaufkommen. Ab 1934 plante der Architekt Ernst Sagebiel deshalb einen Neubau. Der Flughafen sollte bis zu 6 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können - 1934 waren es gerade einmal 200.000.© pa

Die Flugzeuge rollen bis zu ihrer Parkposition dicht an das konkave Gebäude heran. Geschützt von einer weit auskragenden Dachkonstruktion aus Glas und Stahl können die Passagiere trockenen Fußes das Empfangsgebäude erreichen.© pa

Der Flughafen war zum Zeitpunkt seiner Entstehung einzigartig und wurde Vorbild für moderne Airports. Der englische Architekt Sir Norman Foster bezeichnete den Komplex daher auch noch im Jahr 2004 als "Mutter aller Flughäfen".© pa

1950 wurde der Flughafen Tempelhof wieder für die zivile Luftfahrt freigegeben. Die Abfertigungshalle spiegelt den Zeitgeschmack der Ära wider.© pa

1954 wurden bereits mehr als 650.000 Fluggäste abgefertigt. Die Zahl stieg auf weit über sechs Millionen Fluggäste, bis Tempelhof 1975 durch den neu errichteten Flughafen Tegel ersetzt wurde. Die Wartezeit konnte man sich im Restaurant mit Blick aufs Flugfeld vertreiben.© pa

Auf dem Rollfeld vor dem Haupthanger des Flughafens Tempelhof steht ein "Rosinenbomber". 1948 bekam der Flughafen eine neue Bedeutung: Er diente während der sowjetischen Blockade West-Berlins dem Transport von Lebensmitteln und Gütern für Berlin aus der Luft.© pa/dpa

Das Denkmal am Platz der Luftbrücke erinnert an die Versorgung der Berliner aus der Luft. Von 1948-49 war die Bevölkerung von den "Rosinenbombern" abhängig, der Güterverkehr über Land wurde von den sowjetischen Alliierten blockiert.© pa

Ein gigantischer Adler thronte von 1940 bis 1962 auf dem Dach des Hauptgebäudes. Für ein Radargerät musste die 4,50 Meter hohe Statue Platz machen und wurde in ein Museum in New York gebracht. 1985 wurde der Kopf des Adlers aus den Vereinigten Staaten zurückgeholt, um ihn für die Berliner zu erhalten.© pa

Während die Straßenansicht wie eine martialische Festung wirkt, besticht der Flughafen Tempelhof in seiner Ansicht vom Rollfeld aus noch immer durch seinen kühnen Schwung und zeitlose Eleganz. Der Volksentscheid zum Erhalt des Flughafens scheiterte im April. Nun wird Tempelhof im Oktober 2008 als Airport geschlossen.© pa

Im März 2008 stellte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer ein Konzept zur künftigen Gestaltung des Flughafens vor. Danach sollen auf dem fast 400 Hektar großen Gelände ein Park sowie 5000 Wohnungen entstehen. Zudem könnten dort knapp 10.000 Menschen bei neu angesiedelten Kultur- und Medienfirmen arbeiten.© DDP | nid


