Tote aus dem Landwehrkanal

Haftbefehl gegen Senegalesen erlassen

Die Identität der in Kreuzberg geborgenen Wasserleiche ist geklärt: eine 27 Jahre alte Französin. Ein dringend verdächtiger Afrikaner wurde festgenommen. Die Polizei sucht nun Zeugen, die etwas zum Tathergang sagen können.

Ein Ermittlungsrichter hat Haftbefehl gegen einen 29-jährigen Senegalesen erlassen, der eine Französin getötet und in den Landwehrkanal geworfen haben soll. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Vorwurf laute auf Mord. Der Beschuldigte war in der Nacht zum Dienstag festgenommen worden. Er soll die 27-jährige Frau auch ausgeraubt haben. Die Obduktion hatte ergeben, dass der Französin die Kehle durchgeschnitten wurde. Beamte hatten die Tote am Görlitzer Ufer aus dem Landwehrkanal geborgen.

Zivilpolizisten der Polizeidirektion 5 hatten den Afrikaner Dienstagmorgen gegen 3.15 Uhr in der Nähe des Fundorts der Leiche am Görlitzer Ufer festgenommen, teilte die Polizei mit. Der 29-Jährige wurde den Angaben zufolge auf offener Straße gefasst. Ob der Verdächtige in der Nähe wohnt, wurde nicht bekannt gegeben. Auch zu den Umständen der Festnahme wollte die Polizei keine Angaben machen. Er wurde noch am Tag seiner Festnahme von Beamten der Mordkommission vernommen.

Den Ermittlungen zufolge ist der Senegalese dringend verdächtig, die französische Staatsangehörige Pilar Valadie zunächst ausgeraubt und sie dann getötet zu haben. Der Mann schnitt der jungen Frau die Kehle durch – das ergab die spätere Obduktion der Leiche.

Die Ermittler der 8.Mordkommission gehen davon aus, dass die Französin bereits einen Tag vor dem Fund der Leiche, also am Montag, auf ihren Mörder traf. Ob sich der Täter und das Opfer persönlich kannten, ist bislang noch unklar. Nach Angaben der Polizei habe sich die französische Staatsangehörige immer mal wieder in Deutschland aufgehalten, war aber nicht in Berlin gemeldet. Die Frau habe aber einen Bezug zu Berlin, sagt eine Sprecherin der Polizei, ohne weitere Details zu nennen.

Die Ermittlungen der Mordkommission zu den Umständen der Tat und zu dem Motiv dauern an. Offenbar hielt sich das spätere Opfer seit Sonnabend, den 16.April in Berlin auf. Die Polizei sucht Zeugen und fragt, wer die Französin zwischen diesem Tag und Dienstag, den 19. April gesehen hat und Angaben über zu ihrem Aufenthaltsort oder zu Personen machen kann, die sie begleitet haben.

- Wer hat in der Nacht von Montag zu Dienstag vergangener Woche verdächtige Beobachtungen in Bereich der Taborstraße, dem Heckmann- und dem Görlitzer Ufer in Kreuzberg gemacht? Hinweise nimmt die 8. Mordkommission unter Tel:4664 – 911 802 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die in schwarzem Plastik verpackte Frauenleiche war am Dienstagvormittag vergangener Woche von einem Fahrradfahrer auf dem Landwehrkanal treibend entdeckt worden. Die Mordkommission sperrte umgehend die Umgebung weiträumig ab. Die Taborstraße und auch die Wrangelstraße wurden gesperrt und mit Spurensuchhunden überprüft. Sogar den Anwohnern war es für ein paar Stunden nicht gestattet, ihre in diesen beiden Straßen geparkten Fahrzeuge zu bewegen, um mögliche Spuren nicht zu verwischen. Da es keine Vermisstenanzeige gab und die Frau nicht identifiziert werden konnte, veröffentlichte die Polizei eine Tag nach dem Fund ein Foto der Leiche sowie eine detaillierte Beschreibung der zierlichen Frau.