Internet

Privates Surfen ist in den Bezirksämtern tabu

E-Mails checken, ein Gebot bei Ebay abgeben oder nach billigen Flügen suchen: Privates Surfen im Internet wird in den meisten Berliner Bezirksämtern nicht geduldet und kann Mitarbeitern im Zweifel sogar den Job kosten. Viele Computer-Arbeitsplätze in den Behörden sind nicht einmal für das Internet freigeschaltet.

Während sich die meisten Berliner Bezirksämter nach einer Dienstvereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Inneres und dem Hauptpersonalrat richten, zeigt sich die Innenverwaltung selbst am liberalsten.

INNENVERWALTUNG

Mitarbeiter der Innenverwaltung dürften gelegentlich auch privat im Internet surfen, solange die Arbeit nicht zu kurz komme und alle dienstlichen Arbeiten erfüllt würden, sagte Nicola Rothermel, die Sprecherin von Innensenator Ehrhart Körting (SPD). „Außerdem haben wir eine Flatrate, darum entstehen auch keine zusätzlichen Kosten.“

CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF

Im Bezirksamt Charlottenburg- Wilmersdorf ist private Internetnutzung nach Dienstvereinbarung zwar zur Zeit noch verboten. Hier werde aber momentan nach einer anderen Lösung gesucht, sagte Bezirksstadtrat Marc Schulte. „Möglicherweise bekommen Mitarbeiter künftig ein bestimmtes Zeitkontingent, in dem sie auch privat surfen können.“

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG

Im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gibt es keine Regelung zum Thema „Privates Surfen während der Arbeitszeiten“. „Es ist hier also grundsätzlich nicht verboten“, sagte IT-Manager Frank Zentgraf. Dementsprechend gebe es auch keinerlei Kontrollen, sagte er weiter. Etwa 900 der rund 1500 Mitarbeiter im Amt hätten einen Internet-Zugang.

LICHTENBERG

Mit ihrer Unterschrift stimmen die Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Lichtenberg der landesweiten Internet- Dienstvereinbarung zu. Demnach ist eine private Nutzung grundsätzlich nicht zulässig, teilte Diana Eisenach, Pressesprecherin des Bezirksamts, mit. Mitarbeiter, die dadurch etwa Viren in das örtliche Datennetz einschleusen, müssten mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Eine „lückenlose Überwachung“ gebe es allerdings nicht.

MITTE

Auch im Bezirksamt Mitte dürfen Mitarbeiter nur dienstlich im Netz surfen. Ohnehin sind die Hälfte aller PC-Arbeitsplätze im Bezirk „offline“. Freigeschaltet für das Internet seien nur die Plätze, bei denen die häufige Internetnutzung für dienstliche Aufgaben erforderlich ist, teilte Carsten Spallek, Sprecher des Bezirksamts, mit.

PANKOW

Privates E-Mail-Checken oder Surfen ist auch Mitarbeitern im Bezirksamt Pankow untersagt. Es gebe eine entsprechende Online- Benutzer-Richtlinie, sagte Pressesprecher Tobias Schietzelt. „Im Zweifel kann die IT-Stelle auch Kontrollen durchführen.“ Manchmal seien privates und geschäftliches Surfen allerdings nicht eindeutig voneinander zu trennen. MARZAHN-HELLERSDORF: Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf orientiert sich in puncto Internetnutzung an der landesweiten Dienstvereinbarung. Privates Surfen ist also nicht erlaubt, sagte der IT-Manager des Bezirksamts, Jörg Buschmann. Dazu gehöre auch das Verschicken von Privat-Mails über Online-Portale wie gmx.de oder web.de.

REINICKENDORF

Die Dienstvereinbarung legt auch im Bezirksamt Reinickendorf fest, dass private Internetbesuche nicht erlaubt sind. „Surfen raubt Dienstzeit“, sagte Pressesprecherin Nadine Franasik. Einige Seiten, die häufig von Mitarbeitern besucht werden und eindeutig nichts mit der Arbeit zu tun haben, würden auch gesperrt, sagte Franasik. „Zum Beispiel www.otto.de oder www.airberlin.de.“ Persönliche Kontrollen gebe es aber nicht.

SPANDAU

"Ebay und Musik-Downloads gehören bei uns nicht an den Arbeitsplatz“, sagte der Pressesprecher des Bezirksamts Spandau, Lars Marx. In einem Rundschreiben seien alle Mitarbeiter darauf hingewiesen worden. Allerdings könnten aus rechtlichen Gründen keine Stichproben oder Personalkontrollen gemacht werden. Ein privater Datei-Download, der etwa zu einem Systemabsturz führt, könnte allerdings ein Kündigungsgrund sein.

STEGLITZ-ZEHLENDORF

Im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf herrscht ebenfalls Privat-Surf-Verbot. Sollten Mitarbeiter sich nicht daran halten, könnte es dazu führen, dass ihnen der Online-Zugang gesperrt wird, sagte Steffen Haberecht, IT-Manager des Bezirksamts Steglitz- Zehlendorf. „Ein eindeutiger Kündigungsgrund wäre es, wenn etwa über einen dienstlichen Mail-Account Daten mit rassistischem oder pornografischem Inhalt versendet werden“, sagte Haberecht weiter.

(Quelle: Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa)

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