U-Bahn-Sanierung

BVG eröffnet mit U1-Sperrung die Bausaison

Bis Jahresende müssen U-Bahn-Fahrgäste mit zahlreichen Vollsperrungen, Pendelverkehr und Ersatzbussen rechnen. Die U2 fährt gleich ein halbes Jahr zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz nicht.

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Vollsperrung, Pendelverkehr, Ersatzbusse – bei diesen Wörtern wittern die Nutzer der Berliner U-Bahn zu Recht Ungemach. Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Baustellen im Netz für Verkehrseinschränkungen sorgen. 116,7 Millionen Euro investieren die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bis Jahresende in das teilweise 100 Jahre alte Netz, die Tunnel und Stationen. Nach zuletzt meist nächtlichen Sperrungen auf mehreren Linien beginnt am Montag die Bausaison der BVG mit einem ersten Großprojekt. Für die Vorbereitungen zum Einbau eines Aufzugs am Bahnhof Hallesches Tor müssen die Fahrgäste der U1 zwei Wochen lang umsteigen.

Bis zum 1. April, etwa 20 Uhr, fahren zwischen den Bahnhöfen Kottbusser Tor und Gleisdreieck nur Pendelzüge. Zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz fährt die U1 gar nicht. Dort müssen die Fahrgäste auf die Linie U2 umsteigen. Die Züge der U1 fahren nur zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße sowie zwischen Warschauer Straße und Kottbusser Tor nach dem regulären Fahrplan. Der U-Bahnhof Kurfürstenstraße bleibt geschlossen. Die Verkehrsbetriebe haben sich für die ungewöhnliche Linienführung entschieden, weil am Gleisdreieck, nicht aber am Wittenbergplatz ein barrierefreier Umstieg zwischen U1 und U2 möglich ist. Eine barrierefreie Umfahrung bieten auch die Busse der Linie M19.

U2 ein halbes Jahr unterbrochen

Das ist indes erst ein Vorgeschmack auf das größte Bauvorhaben in diesem Jahr. Ein halbes Jahr – von Mai bis November – fahren keine Züge der Linie U2 zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz. Grund ist ein weiterer Bauabschnitt bei der seit Jahren laufenden Grundsanierung der historischen Hochbahnviadukte und des Umsteigebahnhofs Gleisdreieck. Bis auf Weiteres bleibt zudem das Westende der U2 zwischen den Bahnhöfen Olympia-Stadion und Ruhleben gesperrt. Wie berichtet, hatte die BVG der ursprünglich beauftragten Baufirma im Dezember 2010 gekündigt, weil aus Sicht der Verkehrsbetriebe „terminliche und qualitative Anforderungen“ nicht erfüllt worden waren. Danach musste der Auftrag neu ausgeschrieben werden, was die Arbeiten deutlich verzögert. In Kürze soll eine neue Firma aber mit den letzten Sanierungsarbeiten an Bahndamm und Bahnhof beginnen, wie BVG-Sprecherin Petra Reetz bestätigt. Als neuen Fertigstellungstermin peilen die Verkehrsbetriebe nun Ende Juni an. Zuletzt war von Mai die Rede gewesen. Man werde versuchen, die Arbeiten – wenn möglich – auch früher abzuschließen, sagte Reetz.

Und das sind immer noch nicht alle Baustellen an der U2. Auch am 2010 erst erneuerten Nordabschnitt gibt es in diesem Jahr noch einmal Einschränkungen. Zwischen den Stationen Vinetastraße und Senefelderplatz soll künftig ein elektronisches Stellwerk den Verkehr steuern. Im Sommer beginnen die Arbeiten. Fahrgäste müssen dann in den Nächten von Sonntag bis Donnerstag mit Sperrungen und Ersatzverkehr mit Bussen und Straßenbahnen rechnen.

U-Bahn zum Zoo gesperrt

Bereits in der kommenden Woche trifft eine weitere Vollsperrung die Nutzer der Linie U9. Dort werden nach BVG-Angaben die Gleise erneuert und eine neue Weiche eingebaut. Vom 24. bis zum 27. März fahren deshalb keine Züge zwischen den Bahnhöfen Westhafen und Zoologischer Garten. Vom 28. bis 30. März ist dann der Streckenabschnitt zwischen Osloer Straße und Westhafen gesperrt. In beiden Fällen setzen die Verkehrsbetriebe Ersatzbusse ein.

Gute Nachrichten gibt es hingegen für die Fahrgäste der Linien U8 und U7. Die Bauarbeiten zwischen den Stationen Gesundbrunnen und Jannowitzbrücke werden wie angekündigt an diesem Freitag beendet. Die Verkehrseinschränkungen entfallen. Am 1. April sollen dann auch die nächtlichen Züge der U7 zwischen Rathaus Spandau und Richard-Wagner-Platz wieder planmäßig fahren.

Tunnelsanierung geht weiter

Neben der Sanierung von Gleisen, Stellwerken und Bahnhöfen bildet die Abdichtung der teilweise maroden Tunnel einen weiteren Bauschwerpunkt in diesem Jahr. Mindestens drei Großbaustellen sorgen dabei auch für Behinderungen im Straßenverkehr. Die Außendichtung der Tunnel wird nach wie vor an der Tauentzienstraße und an der Karl-Marx-Allee saniert. Hinzu kommt in diesem Jahr der Tunnel rund um den Bahnhof Mehringdamm. Dort will die BVG auch mit der im Vorjahr verschobenen Grundsanierung des Bahnhofs beginnen. Dabei sollen freigelegte Teile der historischen Gewölbedecke erhalten bleiben.

Voraussichtlich von April bis November führt das zu Verkehrseinschränkungen auf den Linien U6 und U7. Jeweils ab 22 Uhr bis Betriebsschluss plant die BVG einen Pendelverkehr zwischen den Stationen Hallesches Tor und Platz der Luftbrücke (U6). Ebenfalls in den Nächten soll die U7 zwischen Möckernbrücke und Hermannplatz voll gesperrt werden. Dort fahren dann Ersatzbusse.

Mit einer Vollsperrung müssen auch die Nutzer der Linie U5 im Ostteil der Stadt rechnen – allerdings erst im Herbst dieses Jahres. Im Bereich Wuhletal werden voraussichtlich im September und Oktober die Gleise komplett ausgewechselt. Nach bisherigen Planungen fahren dann etwa sechs Wochen lang keine Züge zwischen Wuhletal und Elsterwerdaer Platz.