Amok-Angst in Zehlendorf

Online-Drohung bringt Unsicherheit in Klassenräume

Nach der anonymen Androhung eines Attentats am Berliner Schadow-Gymnasium in Zehlendorf sind Schüler und Lehrer verunsichert. Auch wenn die Polizei die Ankündigung als nicht ernsthaft einstuft.

Foto: Christian Hahn

Für das Zehlendorfer Schadow-Gymnasium war der Mittwoch wieder ein fast normaler Schultag. Nachdem die Schüler am Montag und Dienstag aus Angst vor einem Amoklauf zu Hause blieben, waren am MIttwoch die Klassenräume wieder voll. Eine anonyme Amok-Androhung auf der Internetseite „isharegossip.com“ hatte zu Beginn der Woche für große Verunsicherung unter Schülern, Eltern und Lehrern gesorgt.

Am Mittwoch hat der Schultag deshalb mit einer Aussprache zum Thema in der Aula begonnen. „Wir haben die Jahrgänge einzeln in der Aula versammelt und dort die Schüler über die Internetseite und über die Einschätzungen der Polizei genau informiert“, sagt Schulleiter Harald Mier. Vor allem aber hätten die Schüler alle Fragen stellen können, die sie in den letzten Tagen bewegten. Die Polizei hatte die wiederholte Amok-Drohung als nicht ernsthaft eingestuft.

Schon am Tag zuvor hatte das Lehrerkollegium zusammen gesessen, um über den weiteren Umgang mit dem Thema der Amokdrohung zu beraten. Mittwochnachmittag und -abend tagten dann die Schulkonferenz und die Gesamtelternvertretung. Eine Psychologin und ein Vertreter der Polizei waren vor Ort, um Fragen zu beantworten.

Das Schadow-Gymnasium war nicht die erste Schule, die mit einer Amokdrohung im Internet umgehen musste. Mehrfach hat es in den vergangenen Monaten Ankündigungen von Gewalttaten in Schulen gegeben. So beispielweise auch an der Alfred-Nobel-Sekundarschule in Neukölln. Allerdings hatte sich hier der Urheber der Amokdrohung selbst gestellt, so dass es relativ schnell zur Entwarnung kommen konnte.

Die Bildungsverwaltung hatte im vergangenen Jahr verstärkt Schulungen zum Verhalten im Falle eines Amoklaufs für Lehrer durchgeführt. An 80 Prozent der Schulen wurden bereits spezielle Alarmanlagen eingebaut. Bei Gefahr eines Amoklaufs ertönt ein langanhaltendes Dauersignal. Der Notfallplan sieht vor, dass dann alle Türen verschlossen und verbarrikadiert werden müssen.