Kindesmissbrauch

Baby mit Schädelbruch - Eltern festgenommen

Ein zehn Monate altes Baby ist mit Schädelbruch und massiven Einblutungen im Kopf in eine Rettungsstelle eingeliefert worden. Das Krankenhaus verständigte die Polizei, die die Eltern festnahm.

Wieder ist in Berlin ein Fall von Kindesmisshandlung bekannt geworden. Die Mutter eines erst zehn Monate alten Säuglings und deren 31 Jahre alter Lebensgefährte stehen unter dringendem Tatverdacht, dem kleinen Jungen massive Verletzungen zugefügt zu haben. Die Ärzte stellten bei dem Baby unter anderem einen Schädelbruch und eine menschliche Bisswunde fest.

Bereits am vergangenen Dienstag wurden die Rettungskräfte der Feuerwehr und ein Notarzt zu der Wohnung in Reinickendorf gerufen. Die 24 Jahre alte Mutter hatte selbst den Notruf gewählt. Der Arzt brachte den Jungen umgehend in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Dort stellten die Mediziner einen Schädelbruch mit massiven Einblutungen im Kopf fest, wodurch das Gesicht des Babys komplett angeschwollen war. Zudem hatte es ein Hämatom im Gesicht und den Abdruck eines menschlichen Gebisses an seinem Beinchen. Der Junge wurde umgehend medizinisch versorgt und zur weiteren Behandlung stationär aufgenommen. Lebensgefahr für das Kind soll nach Informationen der Berliner Morgenpost nicht bestehen.

Wie die Polizei mitteilte, wurden die Beamten vom Krankenhaus erst am Donnerstag über den schrecklichen Misshandlungsfall informiert. Die zuständige Fachdienstelle des Landeskriminalamtes 125 übernahm die weiteren Ermittlungen. Die für den Bereich der Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung zuständigen Beamten suchten daraufhin die Wohnung der alleinerziehenden Mutter in Reinickendorf auf. In der Vierzimmerwohnung trafen die Ermittler auf drei weitere Kinder im Alter von drei, vier und sechs Jahren, die dort in unzumutbaren Zuständen leben mussten.

Verwahrloste Wohnung

Die Wohnung war stark verschmutzt und mit Mengen an Unrat und Müll zugestellt. Die Beamten befreiten die Kinder aus der verwahrlosten Wohnung und brachten sie vorläufig in die Obhut eines Jugendamtes. Ob die Familie bereits durch die Behörde betreut wird, war am Freitag noch unklar. Der 31Jahre alte Lebensgefährte und die 24-jährige Mutter der Kinder wurden wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung und Kindervernachlässigung von den Ermittlern festgenommen und zur Vernehmung gebracht. Dort sollen sich die beiden Verdächtigen bisher nicht geäußert haben. Sie wurden einem Richter zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt.

Haftbefehl gegen Väter

Am gleichen Tag, an dem der schwer verletzte kleine Junge von Berliner Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht wurde, ist auch ein elf Monate altes Mädchen aus Brandenburg mit massiven Verletzungen von einem Notarzt in eine Klinik eingewiesen worden. Der 23 Jahre alte Vater aus Hennigsdorf (Oberhavel) soll seine kleine Tochter in der Vergangenheit mehrfach geschüttelt und geschlagen haben. Lebensgefahr soll nicht bestehen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin wurde einen Tag später gegen den Mann Haftbefehl wegen des Verdachts der Misshandlung Schutzbefohlener erlassen. Der Verdächtige war bereits in einem anderen Fall wegen Körperverletzung verurteilt worden, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zu der Mutter des Mädchens wurden keine Angaben gemacht. In Berlin wurde ein vergleichbar schwerer Fall von Kindesmisshandlung Ende November vergangenen Jahres bekannt. Ein zehn Wochen alter Säugling war mit massiven Hirnblutungen in ein Krankenhaus in Marzahn-Hellersdorf gebracht worden. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Verletzungen des Jungen durch heftiges Schütteln verursacht. Gegen den 24 Jahre alten Vater wurde Haftbefehl erlassen.